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FORUM 1–2026

Eine Studie des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen

Begleitung und Unterstützung in der Schwangerschaft

Anna Neumann , Ilona Renner , Juliane van Staa , Informationen zu den Autorinnen/Autoren
Die Studie „ZuFa Gynäkologie“ untersucht die Versorgung psychosozial belasteter Schwangerer und die Zusammenarbeit zwischen gynäkologischen Praxen und Frühen Hilfen.

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Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) führt aktuell eine bundesweit repräsentative Studie mit Gynäkologinnen und Gynäkologen durch, die »ZuFa Gynäkologie«: »ZuFa« steht für »Zusammen für Familien« und untersucht die Kooperation zwischen Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens und den Frühen Hilfen. Da die »ZuFa Gynäkologie« in regelmäßigen Abständen wiederholt wird, informiert sie über Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen in der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung von Frauen in der Schwangerschaft. Neu ist in der aktuellen Studie, dass zusätzlich zu den Ärztinnen und Ärzten diesmal auch die Schwangeren selbst befragt werden.

Worum geht es bei der Studie?

Die Schwangerschaft ist eine Zeit, die von Freude und Erwartung, aber auch von Sorgen geprägt sein kann – insbesondere, wenn bei der Schwangeren psychosoziale Belastungen vorliegen. Ist dies der Fall, tragen Angebote der Frühen Hilfen dazu bei, dass Familien gestärkt werden und Kinder von Beginn an gesund aufwachsen: Frühe Hilfen stehen bereits ab der Schwangerschaft zur Verfügung.

Niedergelassene Gynäkologinnen und Gynäkologen sind häufig die ersten Gesundheitsakteure, denen psychosoziale Belastungen von (werdenden) Eltern auffallen können – daher sind sie besonders wichtige Partner in den Netzwerken Frühe Hilfen. Häufig entwickelt sich bereits vor einer Schwangerschaft im Kontakt mit der Patientin ein besonderes Vertrauensverhältnis. Dieses erleichtert es Schwangeren, Sorgen offen zu äußern, und unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, bestehenden Hilfebedarf zu erkennen und anzusprechen.

Was wissen wir aus der Vorgängerstudie 2018?

Dass psychosoziale Belastungen in den Schwangerschaftsvorsorge-Untersuchungen erkannt werden können, zeigte die ZuFa-Studie aus dem Jahr 2018. An dieser ersten bundesweit repräsentativen Befragung beteiligten sich über 1 000 Gynäkologinnen und Gynäkologen. Die Studie zeigte, wie herausfordernd die Versorgung belasteter Schwangerer im Praxisalltag sein kann – Zeitmangel, das Fehlen einer angemessenen Vergütung für Gespräche zu psychosozialen Belastungen sowie Verständigungsschwierigkeiten aufgrund geringer Deutschkenntnisse der Schwangeren waren häufig genannte Gründe. Deutlich über die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte sagte aber auch, dass die Frühen Hilfen eine Entlastung für ihren Praxisalltag seien (siehe Abbildung 1).

Warum ist die Wiederholungsbefragung jetzt wichtig?

In den letzten Jahren wurden die Angebote Früher Hilfen und die interprofessionelle Kooperation in den lokalen Netzwerken weiter ausgebaut. Zugleich kam es zu gesellschaftlichen Krisen und Veränderungen, die an den Lebensbedingungen von (werdenden) Familien und der Situation in den gynäkologischen Praxen nicht spurlos vorübergegangen sind – sei es die Corona-Pandemie, sei es der Zuzug von Geflüchteten, darunter viele Frauen. Nur wenn Veränderungen im Feld beobachtet und beschrieben werden, kann darauf adäquat reagiert werden – seit September 2025 befragt das NZFH daher erneut eine bundesweit repräsentative Stichprobe von Gynäkologinnen und Gynäkologen.

Thema der Befragung 2026 sind die Entwicklungen in der Versorgung psychosozial belasteter Schwangerer: Wie stellt sich die Situation der Schwangeren und ihrer Familien aus gynäkologischer Sicht heute dar? Mit welchen aktuellen Herausforderungen arbeiten gynäkologische Praxen und wie können Frühe Hilfen hierbei unterstützen? Und zusätzlich: Wie erleben Schwangere selbst ihre Schwangerschaft? Wie fühlen sie sich und was bereitet vielleicht Sorgen? Welche Unterstützung wünschen sich Schwangere und welche Unterstützungsangebote nutzen sie?

Die Studie wird vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) inhaltlich begleitet und unterstützt und soll langfristig zu einer besseren Versorgung von Schwangeren und Familien in psychosozialen Belastungslagen beitragen. Erste Ergebnisse werden Anfang 2027 erwartet.

»ZuFa Gynäkologie« reiht sich ein in die »ZuFa«-Studienreihe des NZFH, in der neben Gynäkologinnen und Gynäkologen auch Kinderärztinnen und -ärzte sowie Fachkräfte in Geburtskliniken in regelmäßigen Abständen befragt werden.

Literatur

Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) (Hrsg.) (2024): Monitoring Frühe Hilfen. Wissenschaftlicher Bericht 2023 zur Bundesstiftung Frühe Hilfen. Köln. https://doi.org/10.17623/NZFH:Bericht-BSFH-2023

Weitere Informationen und Ergebnisse zur Studie finden Sie unter: www.fruehehilfen.de/Zufa-Monitoring-Gynaekologie  

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Veröffentlichungsdatum

Dr. Anna Neumann ist wissenschaftliche Referentin im Fachgebiet Forschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Kontakt: anna.neumann(at)nzfh.de

Ilona Renner leitet das Fachgebiet Forschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Kontakt: ilona.renner(at)nzfh.de

Juliane van Staa ist wissenschaftliche Referentin im Fachgebiet Forschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Kontakt: juliane.vanstaa(at)nzfh.de

 

Alle Links beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

FORUM 1–2026

Frauengesundheit

Frauengesundheit umfasst weit mehr als einzelne Lebensphasen oder medizinische Fragestellungen. Die neue Ausgabe von FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von Menarche und Menopause über psychische Gesundheit und Kinderwunsch bis zu Schwangerschaft und Geburt. Auch neue Entwicklungen in Forschung und Gesundheitstechnologie kommen in den Blick.
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