Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.

FORUM 1–2026

Der Kaiserschnitt. Eine Bewertung aus Perspektive der Geburtshilfe

Die Kaiserschnittraten in Deutschland sind seit 1991 stetig angestiegen. Dieser Beitrag erörtert unter anderem, wann ein Kaiserschnitt sinnvoll ist und welche Risiken und Vorteile mit ihm verbunden sind.

Downloads

Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, bei der ein Baby durch einen Schnitt im Bauch der Mutter geboren wird. Heute ist er weltweit die häufigste Operation bei Frauen, und er wird immer öfter durchgeführt.

Früher war ein Kaiserschnitt mit größeren Risiken verbunden. Heutzutage gilt er als ein sicheres Ver-fahren. Trotzdem weiß man inzwischen mehr über mögliche kurz- und langfristige Auswirkungen für Mutter und Kind. Deshalb sind viele werdende Eltern unsicher, ob eine natürliche Geburt oder ein Kaiserschnitt in ihrem Fall besser ist.

Ärztinnen, Ärzte und Hebammen stehen vor der Aufgabe, jede Schwangere individuell zu beraten und gut zu informieren. Dabei helfen aktuelle medizinische Leitlinien, die das vorhandene Wissen zusammenfassen.

Dieser Beitrag erklärt unter anderem:

  • wann ein Kaiserschnitt sinnvoll ist,
  • wie er durchgeführt wird,
  • welche Risiken und Vorteile es gibt,
  • was bei späteren Schwangerschaften nach einem Kaiserschnitt zu beachten ist.1

Wichtig ist: Es gibt keine feste »ideale« Kaiserschnitt-Rate. Früher empfahl die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass etwa 10 bis 15 % der Geburten per Kaiserschnitt erfolgen sollten (WHO, 2015). Da jedoch keine zuverlässigen Aussagen über eine optimale Sectio-Rate getroffen werden können, wurde diese Grenze in der Zwischenzeit revidiert (ebd.).

Stattdessen gilt: Die beste Entscheidung hängt immer von der individuellen Situation der Frau, den medizinischen Voraussetzungen und den vorhandenen Möglichkeiten vor Ort ab. Ziel ist es, gemeinsam mit den Eltern die für sie passende und sichere Entscheidung zu treffen.

Epidemiologie

Seit den 1990er-Jahren werden in vielen wohlhabenden Ländern immer mehr Kinder per Kaiserschnitt geboren – etwa doppelt so viele wie früher. Auch weltweit nimmt die Zahl zu. Fachleute sehen das kritisch, vor allem, wenn der Eingriff ohne medizinischen Grund erfolgt. Die WHO empfiehlt daher, unnötige Kaiserschnitte zu vermeiden.

In Deutschland lag die Kaiserschnittrate 2012 bei etwa 32 %. Danach ist sie zunächst etwas gesunken (bis 2018 auf rund 29 %), steigt aber seitdem wieder an und lag 2024 bei etwa 33 % (siehe Abbildung 1).

Auffällig ist, dass es große regionale Unterschiede gibt: In Deutschland werden in manchen Bundesländern deutlich mehr Kaiserschnitte durchgeführt als in anderen. Insgesamt gibt es ein Gefälle zwischen Ost und West (siehe Abbildung 2)

Auch innerhalb Europas gibt es große Unterschiede: In Nordeuropa (z. B. Schweden oder Finnland) sind Kaiserschnitte seltener (etwa 15 bis 20 %). In Südeuropa und einigen osteuropäischen Ländern sind sie deutlich häufiger (oft über 40 %, in der Türkei sogar etwa 60 %).

Gründe für einen Kaiserschnitt

In seltenen Fällen (weniger als 10 %) ist ein Kaiserschnitt unbedingt erforderlich, dies gilt z. B. in folgenden Fällen:

  • das Baby liegt quer,
  • es besteht eine akute Gefahr fuür Mutter oder Kind,
  • der Mutterkuchen liegt vor dem Muttermund (Plazenta praevia),
  • es kommt zu einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta,
  • die Gebärmutter droht zu reißen.

In diesen Fällen geht es um Sicherheit für Mutter und Kind und ein Kaiserschnitt ist alternativlos. In etwa 90 % der Fälle gibt es aber keinen zwingenden Grund für einen Kaiserschnitt. Hier gilt es, Vor- und Nachteile von vaginaler Geburt und Kaiserschnitt mit den werdenden Eltern ergebnisoffen zu besprechen und eine partizipative Entscheidungsfindung zu ermöglichen.2

Es gibt viele mögliche Gründe für einen Kaiserschnitt – aber nicht jede Situation erfordert ihn automatisch. Manche Gründe sind bereits vorzeitig absehbar, andere (wie z. B. auffällige kindliche Herztöne oder ein fehlender Geburtsfortschritt) ergeben sich im Verlauf einer eigentlich vaginal geplanten Geburt.

Häufige Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt sind:

Zustand nach Kaiserschnitt

Ein Zustand nach Kaiserschnitt stellt mittlerweile den häufigsten Grund für einen erneuten Kaiserschnitt dar. Werdende Mütter, die den Versuch einer vaginalen Geburt nach Sectio wünschen, haben eine Erfolgsrate einer vaginalen Geburt von ca. 75 %.3 Dennoch birgt ein Zustand nach Sectio gewisse Risiken, sodass diese Frauen unter der Geburt engmaschig überwacht werden und vor allem in einer Klinik entbinden sollten, in der die Durchführung eines Kaiserschnitts jederzeit schnell möglich ist und Kinderärzte jederzeit das Neugeborene versorgen können.

Beckenendlage (Kind liegt »falsch herum«)

Eine Beckenendlage kommt bei etwa 4 % der Schwangerschaften vor, derzeit werden in Deutschland über 90 % der Kinder in Beckenendlage per Kaiserschnitt geboren. Dennoch kann in erfahrenen Kliniken eine vaginale Geburt möglich und sicher sein. Beide Geburtswege sind also prinzipiell möglich – die Entscheidung sollte individuell und gut beraten getroffen werden (siehe Fußnote 1).

Wachstumsverzögerung des Kindes

Eine Wachstumsverzögerung des Kindes bedeutet nicht unbedingt, dass ein Kaiserschnitt erfolgen muss. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab (z. B. Durchblutung, Schwangerschaftswoche, Zustand des Babys), die mit der betreuenden Ärztin/dem Arzt besprochen werden sollten.4

Mehrlinge (Zwillinge, Drillinge)

Etwa 60 % der Zwillinge werden per Kaiserschnitt geboren. Dennoch ist ein Kaiserschnitt nicht immer notwendig, wenn die Situation günstig ist. Lediglich Zwillinge, die sich in einem Fruchtsack befinden, sollten grundsätzlich per Kaiserschnitt zur Welt kommen.5 Höhergradige Mehrlinge sollten ebenfalls per Kaiserschnitt entbunden werden.

Frühgeburt

Auch Frühgeburten, die sich in Schädellage befinden, profitieren wahrscheinlich nicht von einem Kaiserschnitt.6

Plazenta praevia (zu tief sitzende Plazenta)

Wenn die Plazenta den Geburtsweg blockiert, ist ein Kaiserschnitt notwendig. Dabei besteht ein höheres Blutungsrisiko, daher erfolgt die Geburt in spezialisierten Kliniken (siehe Fußnote 1).

Infektionen der Mutter

Bei manchen Infektionen wie einer HIV-Infektion mit einer hohen Viruslast sowie einer frischen Herpes-Infektion wird ein Kaiserschnitt empfohlen (siehe Fußnote 1).

Wunsch-Kaiserschnitt

Manche Frauen wünschen sich einen Kaiserschnitt ohne medizinischen Grund. Häufigster Grund ist Angst vor der Geburt. Die Gründe sollten in Ruhe besprochen werden, Risiken und Vorteile beider Geburtsarten erklärt werden. Wenn der Wunsch bestehen bleibt, wird er in der Regel respektiert (siehe Fußnote 1).

Wichtig sind immer eine gute Aufklärung und eine gemeinsame Entscheidung zwischen Frau und medizinischem Team. Ärztinnen, Ärzte und Hebammen sollten daher schon früh in der Schwangerschaft mit der Frau über beide Geburtsarten, mögliche Risiken, aber auch über persönliche Wünsche und Ängste sprechen. Wichtig ist auch die Aufklärung darüber, dass spätere Schwangerschaften durch einen Kaiserschnitt beeinflusst werden können.

Vor– und Nachteile des Kaiserschnitts gegenüber der vaginalen Geburt

Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind nicht immer eindeutig, aber einige Tendenzen sind erkennbar:

Akute Folgen für die Mutter

Bei geplanter vaginaler Geburt:

  • insgesamt weniger schwere Komplikationen
  • seltener große Operationen oder Entfernungen der Gebärmutter
  • geringeres Risiko für Thrombosen
  • höhere Wahrscheinlichkeit für Beckenbodenprobleme

Bei Kaiserschnitt:

  • höhere Wahrscheinlichkeit für Komplikationen wie Infektionen oder Blutverlust
  • längerer Krankenhausaufenthalt
  • stärkere Schmerzen direkt nach der Geburt

Akute Folgen für das Kind

Bei geplanter vaginaler Geburt besteht ein etwas höheres Risiko akuter Probleme während der Geburt; beim Kaiserschnitt belegen manche Studien etwas häufiger Probleme wie z. B. Atemanpassungsstörungen.

Langzeitfolgen für die Mutter nach einem Kaiserschnitt

Es besteht ein etwas höheres Risiko bei späteren Schwangerschaften, z. B.:

  • sekundäre Sterilität
  • Fehllage der Plazenta mit Überdeckung des inneren Muttermunds (Placenta prävia)
  • Einwachsen der Plazenta in die Muskulatur (Placenta-accreta-Spektrum)
  • selten: Gebärmutterriss bei späterer Geburt

Gleichzeitig kommt es seltener zu Beckenbodenschäden (z. B. Harninkontinenz)

Langzeitfolgen für das Kind nach Kaiserschnitt

Es besteht möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko von Übergewicht, Asthma und bestimmten Stoffwechselerkrankungen.

Durchführung der Sectio

Wenn ein Kaiserschnitt geplant ist und kein medizinischer Grund für eine frühere Geburt vorliegt, sollte er möglichst erst ab der 39. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Der Grund: Babys, die früher per Kaiserschnitt geboren werden, haben häufiger Anpassungsprobleme – vor allem mit der Atmung – und müssen öfter auf die Intensivstation. Ab der 39. Woche ist dieses Risiko am geringsten. Für die Mutter entstehen durch das Abwarten in der Regel keine zusätzlichen Nachteile.

Wie wird die Dringlichkeit eines Kaiserschnitts eingeschätzt?

Ärztinnen, Ärzte und Hebammen nutzen ein einheitliches System mit vier Stufen, um festzulegen, wie schnell ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss:

Akuter Notfall

Es besteht eine unmittelbare Lebensgefahr für Mutter oder Kind → der Kaiserschnitt muss sofort erfolgen.

Dringende Situation

Es geht Mutter oder Kind nicht gut, aber es besteht noch keine akute Lebensgefahr → die Geburt sollte zeitnah beendet werden.

Schnelle Entbindung notwendig, aber keine akute Gefährdung

Zum Beispiel, wenn die Geburt nicht voranschreitet → ein Kaiserschnitt wird bald durchgeführt.

Keine medizinische Dringlichkeit

Ein geplanter Kaiserschnitt ohne akuten Grund → der Zeitpunkt kann frei geplant werden.

Dieses System hilft dem medizinischen Team, klar und schnell zu entscheiden und gut zusammenzuarbeiten. Bei einem akuten Notfall (Stufe 1) sollte das Baby möglichst innerhalb von etwa 20 Minuten nach der Entscheidung geboren werden. Studien zeigen: Eine schnelle Reaktion kann die Gesundheit des Kindes verbessern (siehe Fußnote 1). Auch wenn Schnelligkeit im Notfall entscheidend ist, wird immer sorgfältig abgewogen. In manchen Situationen kann ein überstürztes Vorgehen auch Nachteile haben. Deshalb wird immer der Zustand von Mutter und Kind individuell berücksichtigt, bevor entschieden wird.

Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Prinzipiell sind zwei Narkoseformen möglich: Bei den am häufigsten eingesetzten Regionalanästhesie-Verfahren bleibt die Mutter wach, spürt aber keinen Schmerz im Unterkörper. Darunter zählt die Spinalanästhesie, die häufigste Methode beim geplanten Kaiserschnitt. Sie wirkt schnell und zuverlässig. Die Periduralanästhesie (PDA) wird oft schon unter der Geburt gelegt und kann für den Kaiserschnitt verstärkt werden. Vorteile der regionalen Narkoseverfahren sind, dass die Mutter wach ist, ein direkter Hautkontakt zum Baby möglich ist und die regionale Narkose insgesamt weniger Risiken als eine Vollnarkose hat. 

Bei der Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) schläft die Mutter während der Operation. Eine Vollnarkose wird dann eingesetzt, wenn es sehr schnell gehen muss, eine Regionalanästhesie nicht möglich ist oder nicht ausreichend wirkt. Nachteile sind, dass die Mutter die Geburt nicht bewusst erlebt und das Baby kurzfristig durch die Medikamente beeinflusst sein kann

Bei einem Kaiserschnitt mit örtlicher Betäubung (z. B. Spinalanästhesie) wird meist ein Blasenkatheter gelegt. Das liegt daran, dass die Blase vorübergehend nicht richtig arbeitet. Der Katheter hilft, Komplikationen zu vermeiden, und wird später wieder entfernt. Vor dem Hautschnitt erhält die Patientin in der Regel ein Antibiotikum. Das schützt vor Infektionen nach der Operation.

Meist wird ein waagerechter Schnitt im Unterbauch gemacht (Bikini-Schnitt). Dieser verursacht weniger Schmerzen und heilt meist schöner als ein Längsschnitt. Bei der Eröffnung der Gewebsschichten arbeiten die Ärztinnen und Ärzte möglichst schonend und oft »stumpf« (mit den Fingern statt scharfem Schneiden), um Gewebe zu schonen. Die Bauchmuskeln werden nicht durchgeschnitten, sondern zur Seite geschoben. Die Blase wird normalerweise nicht extra freigelegt, da das keinen Vorteil bringt und eher Beschwerden verursachen kann.

Die Gebärmutter wird in der Regel quer im unteren Bereich geöffnet. Das ist sicherer für spätere Schwangerschaften. Das Baby wird möglichst sanft und zügig entbunden. In sehr seltenen Fällen kann es zu kleinen, meist harmlosen Schnittverletzungen beim Baby kommen. Bei schwierigen Situationen gibt es verschiedene Techniken, um das Baby sicher zu holen.

Nach der Geburt des Babys wird es abgenabelt. Wenn möglich, wird die Nabelschnur erst nach 30 bis 60 Sekunden durchtrennt. Durch diese sogenannte »Spätabnabelung« erhält das Baby noch Blut aus der Plazenta. Die Plazenta wird meist durch Zug an der Nabelschnur geboren – nicht per Hand gelöst, da das schonender ist. Die Gebärmutter, die Muskelhülle und die Haut werden sorgfältig genäht. Da dies mit sich auflösenden Fäden geschieht, muss typischerweise kein Faden im späteren Verlauf gezogen werden. 

Nach dem Kaiserschnitt

Nach einem Kaiserschnitt wird die Schmerztherapie früh geplant und individuell angepasst. Ziel ist, dass die Schmerzen gut kontrolliert sind und die Frau sich schnell erholen kann. Frauen sollen vor der Operation darüber informiert werden, wie die Schmerzbehandlung ablaufen kann. Es werden verschiedene Medikamente kombiniert, damit starke Schmerzen möglichst vermieden werden. Dazu gehören: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, aber auch stärkere Schmerzmittel (Opioide). Insgesamt gilt: Eine gute Schmerzbehandlung ist sicher – auch beim Stillen.

Überwachung nach der Operation

Nach einem Kaiserschnitt werden Mutter und Kind eng überwacht, besonders in den ersten Stunden. Dabei werden Blutdruck, Puls, Atmung und Sauerstoff kontrolliert sowie der Allgemeinzustand. Wichtig ist, dass eine gute Überwachung Komplikationen früh erkennt. Nur wenn es Mutter und Kind stabil gut geht, erfolgt die Verlegung auf die normale Station.

Vorbeugung von Komplikationen

Nach einem Kaiserschnitt gibt es ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen). Daher ist frühe Bewegung sehr wichtig. Je nach Risiko kann zusätzlich ein blutverdünnendes Medikament gegeben werden. Auch die Körpertemperatur und die Wunde werden regelmäßig kontrolliert, um Infektionen früh zu erkennen.

Gezielte Unterstützung wie Atemübungen, Beckenbodentraining, Bauchmuskeltraining und Anleitungen für rückenschonendes Heben, Tragen und Bewegen helfen, Schmerzen zu reduzieren und den Körper wieder zu stabilisieren.

Versorgung des Neugeborenen

Bei einem Kaiserschnitt sollte immer jemand anwesend sein, der das Neugeborene im Notfall versorgen kann. Babys können nach einem Kaiserschnitt eher zu niedriger Körpertemperatur neigen und werden deshalb warm gehalten. Frühzeitiger Hautkontakt (»Bonding«) ist sehr wichtig und sollte – wenn möglich – direkt im OP stattfinden.

Das erste Stillen des Kindes kann häufig bereits im OP-Saal erfolgen. Nach einem Kaiserschnitt kann der Milcheinschuss etwas verspätet erfolgen; hier ist es wichtig, das Kind frühzeitig und regelmäßig anzulegen. Unterstützung beim Anlegen ist besonders wichtig. Wenn das Stillen nicht sofort funktioniert, kann die Milchbildung durch Abpumpen angeregt werden. Auch nach einer Vollnarkose kann gestillt werden, sobald die Mutter wach und stabil ist.

Fußnoten

 

1 Quelle aller Daten und Angaben im Text ist, soweit nicht anders angegeben, die Leitlinie »Sectio caesarea« der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-084

2 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; S3-Leitlinie Nr. 015-084: Die Sectio caesarea. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-084 

3 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; S3-Leitlinie Nr. 015-083: Vaginale Geburt am Termin. https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-083l_S3_Vaginale-Geburt-am-Termin_2021-03.pdf 

4 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; S2k-Leitlinie Nr. 015/080: Fetale Wachstumsrestriktion. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-080

5 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; S2e-Leitlinie Nr. 015-087 S24: Überwachung und Betreuung von Zwillingsschwangerschaften. register.awmf.org/assets/guidelines/015-087l_S2e_Ueberwachung-Betreuung-Zwillingsschwangerschaften_2020-05.pdf

6 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften; S2k-Leitlinie Nr. 015-025: Prävention und Therapie der Frühgeburt.  

 

Literatur

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2024). Kaiserschnittrate in Deutschland 1991–2024 [Datensatz/Grafik]. https://www.destatis.de/

WHO (2015). WHO Statement on caesarean section rates: World Health Organization Human Reproduction Programme, 10. April 2015 (2015). Reproductive Health Matters, 23(45), 149–150. https://doi.org/10.1016/j.rhm.2015.07.007

 

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Veröffentlichungsdatum

Prof. Dr. Markus Schmidt, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in den Sana-Kliniken Duisburg. 
Arbeitsschwerpunkte: Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Er ist Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe DGGG und Mitglied und Koordinator zahlreicher Leitlinien, unter anderem Koordination Leitlinie Sectio caesarea (AWMF 015-04).
Kontakt: markus.schmidt(at)sana.de

 

Alle Links beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

FORUM 1–2026

Frauengesundheit

Frauengesundheit umfasst weit mehr als einzelne Lebensphasen oder medizinische Fragestellungen. Die neue Ausgabe von FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – von Menarche und Menopause über psychische Gesundheit und Kinderwunsch bis zu Schwangerschaft und Geburt. Auch neue Entwicklungen in Forschung und Gesundheitstechnologie kommen in den Blick.
Zum Menü springen