Sexuelle Bildung, Beratung und reproduktive Gesundheit – Ein intensiver Austausch zwischen Forschung, Praxis und Politik
Die Präsentationen aus Plenum und Workshops stehen hier zum Download bereit, sind jedoch nicht barrierefrei. Sie bieten einen Überblick über zentrale Forschungsergebnisse, Praxisimpulse und politische Perspektiven zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit.
- Graphic Recording der Fachtagung 2 MB
- Workshop: How to LSBTIQ+ beraten als Ally. Anregungen zu Ihrer persönlichen Kompentenzerweiterung 1 MB
- Workshop: herzfroh 2.0 – Partizipative Qualitätsentwicklung von Materialien zur Sexualaufklärung für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten 2 MB
- Workshop: Verhütung: faktisch und praktisch. Aktuelle Verhütungsdaten (Studie „Verhütungsverhalten“) und Praxishilfen zur Verhütungsberatung (Verhütungstool und Zanzu.de) 660 KB
- Workshop: Sexuelle Aufklärung tauber und schwerhöriger Jugendlicher. Handlungsbedarfe für Politik und Forschung 3 MB
- Vortrag: „frauen leben 4“ – Familienplanung im Lebenslauf, Ergebnisse für Berlin 588 KB
- Workshop: Verhütungsverhalten im Wandel Ergebnisse der Studie „frauen leben 4“ 673 KB
- Workshop: ReWiKs – Impulse für eine inklusive Beratungspraxis 3 MB
- Workshop: Reproduktive Gesundheit von queeren Personen: ein Thema in Schwangerschaftsberatungsstellen? 1 MB
- Workshop: Gewollte Kinderlosigkeit – Aktuelle Ergebnisse aus der Forschung 4 MB
- Vortrag: ELSA-Studie – Erfahrungen von Frauen (Stigmatisierung) 893 KB
Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist ein Schlüsselthema öffentlicher Gesundheitsförderung – quer über Generationen, Lebensphasen und gesellschaftliche Kontexte hinweg. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat diese übergreifende Perspektive bewusst in den Mittelpunkt der Fachtagung „Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Familienplanung im Lebenslauf” gestellt. Zwei Tage lang diskutierten Wissenschaft, Politik und Fachpraxis über neue Forschungsergebnisse, Erfahrungen aus der Beratungspraxis und gesellschaftliche Herausforderungen.
Die Tagung ermöglichte einen engagierten Austausch zu aktuellen Erkenntnissen, Herausforderungen und Strategien zur Stärkung sexueller und reproduktiver Gesundheit – mit einem Fokus auf Prävention, Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Vielfalt. Sie bot zugleich die Möglichkeit für praxisnahe Projekte und Forschungsvorhaben, die Zugänge zu Sexualaufklärung und Familienplanung zu erweitern – ob in Gebärdensprache, in Einfacher Sprache, digital oder mit partizipativen Methoden.
Mechthild Paul (Stellvertretung der Direktion und Leitung der Abteilung Sexualaufklärung, Familienplanung und Verhütung im BIÖG) stellte in ihrer Einführung klar: „Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist kein Spezialthema, sondern ein Indikator für soziale Gerechtigkeit.“ Sie verwies auf das neue „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“, das dem BIÖG einen erweiterten Auftrag zur Gesundheitsförderung gibt. Zugleich hob sie die Bedeutung evidenzbasierter Forschung hervor, insbesondere der Langzeitstudien „frauen leben 4“ und „Jugendsexualität“, die seit Jahrzehnten Entwicklungen im Bereich Sexualität, Verhütung und Familienplanung abbilden.
Angelika Hessling (Stellvertretende Abteilungsleitung und Referatsleitung Forschung, Koordinierung und Zusammenarbeit) fasste das Ziel der Veranstaltung zusammen: „Wir wollen den Transfer zwischen Forschung und Praxis stärken – damit Erkenntnisse schneller dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in Beratung, Aufklärung und Versorgung.“
Die Tagung machte deutlich: Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist nicht nur ein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Anliegen. Sie braucht stabile Strukturen und politische Rückendeckung. Ein besonderes Gewicht hatte eine aktuelle Studie, die seit Langem den Diskurs über Familienplanung in Deutschland nachhaltig prägt: „frauen leben 4“ – Familienplanung im Lebenslauf. Sie liefert wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, wie Menschen heute Partnerschaft, Sexualität und Elternschaft gestalten, welche Werte und Wünsche sie dabei leiten und wo Hemmnisse entstehen.
In der Eröffnung betonte Angelika Hessling: „Die Daten zeigen, wie sich Lebensläufe verändern und wie sehr reproduktive Selbstbestimmung heute von Bildung, ökonomischer Sicherheit und gesellschaftlicher Akzeptanz abhängt.“