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Prospektive Evaluation

Onsite-Befragung zur „Wahl des Geburtsorts“

Grundlage für eine interaktive digitale Entscheidungshilfe

01/2026 - 11/2026
Wo möchten Schwangere Ihr Kind zur Welt bringen – und welche Kriterien beeinflussen die Entscheidung? Eine Befragung auf familienplanung.de untersucht, welche psychologischen und schwangerschaftsbezogenen Faktoren bei der Wahl des Geburtsorts eine Rolle spielen. Dafür werden sowohl Schwangere vor der Geburt und Mütter nach der Geburt einbezogen. Die Erhebung soll übergeordnete Erkenntnisse für eine bedarfsgerechte Versorgung in Deutschland liefern und konkret für die Entwicklung einer digitalen Entscheidungshilfe des BIÖG genutzt werden.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Dr. Anastasia Doré, BIÖG

Mitarbeit

Dr. Stefanie Paschke, BIÖG

Dr. Sara Scharmanski, BIÖG

Felicitas Rixgens, BIÖG

Dr. Swetlana Herbrandt, Technische Universität Dortmund

Auftraggeberin/Auftraggeber

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Datenerhebung

Hauptweg Nebenwege GmbH, Agentur für Kommunikation 

https://www.hauptweg-nebenwege.de/ 

Erhebungszeitraum

Februar 2026 bis Mai 2026

Zielgruppe / Stichprobe

Schwangere und Mütter 

  • Schwangere vor der Geburt 
  • Mütter nach der Geburt

Forschungsziele

Die Evaluation verfolgt zwei übergeordnete Ziele:

  1. Gewinnung von Evidenzen zur Thematik „Wahl des Geburtsorts“ 
  2. Ableitung relevanter Kriterien für die geplante interaktive Entscheidungshilfe „Wahl des Geburtsorts“ auf familienplanung.de 

Folgende Variablen werden erhoben:

  • Schwangerschafts- und geburtsbezogene Variablen
  • Schwangerschaftswoche
  • Anzahl an Kindern
  • Ort der letzten Geburt
  • psychologische und verhaltensbezogene Variablen
  • Kriterien bei der Wahl des Geburtsorts
  • Wissen über Geburtsorte
  • Vertrauen in die Informationsquelle
  • Kommunikation mit einer Fachkraft
  • Intendierter Geburtsort
  • Zufriedenheit mit dem Geburtsort

Konkret wird untersucht: 

  • Relevanz der Kriterien und Interkorrelationen/Cluster zwischen den Kriterien
  • Korrelation der Kriterien mit schwangerschafts- und geburtsbezogenen Variablen 
  • Beide Gruppen (sofern zutreffend): Anzahl Kinder, letzter Geburtsort 
  • Schwangere: Schwangerschaftswoche
  • Korrelation der Kriterien mit psychologischen und verhaltensbezogenen Variablen:
  • Schwangere: Wissen, Vertrauen Informationsquelle, intendierter Geburtsort, Kommunikation Fachkraft
  • Mütter: Zufriedenheit mit Geburtsort

Methodik / Forschungsdesign

Onsite-Befragung auf der Website familienplanung.de 

Gesetzliche und private Krankenkassen übernehmen in Deutschland die Kosten für die Geburt. Schwangere können grundsätzlich zwischen den verschiedenen Geburtsorten – einer Geburt in einer Klinik oder spezifischer in einem Hebammenkreißsaal, in einem Geburtshaus oder zu Hause – wählen. Welche Möglichkeiten im Einzelnen infrage kommen, hängt neben persönlichen Vorstellungen auch vom Verlauf der Schwangerschaft, gesundheitlichen Risiken bei Mutter und Kind oder regional verfügbaren Angeboten ab. Derzeit werden 98 % der Kinder in Kliniken geboren (Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe [QUAG], 2024). Um genauere Einblicke in diesen Entscheidungsprozess zu gewinnen, werden Frauen vor und nach der Geburt dazu auf dem Portal familienplanung.de befragt. 

Relevanz des Forschungsprojekts

Trotz der hohen Relevanz und Komplexität des Themas ist die Evidenz dazu begrenzt und vorliegende Studien beziehen sich auf den internationalen Raum (z. B. Hadjigeorgiou et al., 2011), wodurch spezifische Aspekte der Gesundheitsversorgung in Deutschland nicht abgebildet werden. Die vorliegende Befragung soll diese Forschungslücke adressieren und Einblicke in die Entscheidung über den Geburtsort und relevante Einflussfaktoren geben.

Auf Grundlage der Ergebnisse plant das BIÖG die Entwicklung und Implementierung einer interaktiven digitalen Entscheidungshilfe auf familienplanung.de. Entscheidungshilfen sind evidenzbasierte Werkzeuge, die Personen spezifische und informierte Entscheidungen zwischen verschiedenen Optionen der Gesundheitsversorgung ermöglichen sollen (Stacey et al., 2017). Somit soll das Angebot für die Thematik sensibilisieren, niedrigschwellig über die verschiedenen Geburtsorte aufklären und eine Reflexion der individuellen Präferenzen fördern – und auf diese Weise die Kommunikation mit Fachkräften erleichtern.

Referenzen

Hadjigeorgiou, E., Kouta, C., Papastavrou, E., Papadopoulos, I., & Mårtensson, L. B. (2011). Women’s perceptions of their right to choose the place of childbirth: an integrative review. Midwifery, 28(3), 380–390. https://doi.org/10.1016/j.midw.2011.05.006

Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V. (2024). Qualitätsbericht 2023: Außerklinische Geburtshilfe in Deutschland. https://www.quag.de/downloads/QUAG_Bericht2023.pdf

Stacey, D., Légaré, F., Lewis, K., Barry, M. J., Bennett, C. L., Eden, K. B., Holmes-Rovner, M., Llewellyn-Thomas, H., Lyddiatt, A., Thomson, R., & Trevena, L. (2017). Decision aids for people facing health treatment or screening decisions. Cochrane Database Of Systematic Reviews, 2017(4), CD001431. https://doi.org/10.1002/14651858.cd001431.pub5 

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