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FORUM 1–2025

Für Gleichstellung und Prävention sexuell übergriffigen Verhaltens unter Gleichaltrigen

»PreWorks«

Das internationale Projekt »PreWorks« entwickelt ein Curriculum für Jugendliche ab 13 Jahren sowie ein Training für Fachkräfte der Jugendarbeit – mit dem Ziel, geschlechtliche Gleichstellung zu fördern und sexuell übergriffiges Verhalten zu verhindern. Der Beitrag gibt Einblick in Schwerpunkte und Vorgehensweise des Projekts.

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Sexuell übergriffiges Verhalten unter Gleichaltrigen

Unter Jugendlichen aller Geschlechter in Europa kommt es vermehrt zu sexuell übergriffigem Verhalten (sexually transgressive behaviors, STBs; Dworkin et al., 2021). Dazu gehören grenzverletzende Verhaltensweisen, die anderen potenziell schaden können und als unangemessenen und inakzeptabel einzuordnen sind, z. B. das gezielte Anfertigen von Fotos von anderen Menschen ohne deren Erlaubnis, unangemessene Kommentare, Berühren ohne Zustimmung bis hin zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Schätzungen zufolge ist einer von drei Jugendlichen durch STBs von Gleichaltrigen betroffen (Vives-Cases et al., 2021), insbesondere Mädchen, Frauen und nicht-heterosexuelle Jugendliche (Dworkin et al., 2021). STBs haben eine Reihe negativer psychologischer, aber auch körperlicher und sozialer Effekte (Shlonsky et al., 2017). Die Prävention von STBs ist daher unerlässlich. Schulungen für Helferpersonen in der Jugendhilfe fokussieren sich nur selten auf die Prävention, sondern auf die Unterstützung von Kindern als Opfer von erwachsenen Tätern (Wunsch & Moran, 2018). Es besteht die große Notwendigkeit, Jugendliche, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität und ihren sexuellen Präferenzen, dazu zu befähigen, ihre Rechte bezüglich ihres Körpers durchsetzen und sichere, positive soziale und sexuelle Beziehungen mit Gleichaltrigen eingehen zu können (Ey et al., 2017).

»PreWorks«: Eine europäische Initiative

»PreWorks« (Prevention Works) ist ein vom EU-Programm »Erasmus+« gefördertes internationales Projekt für die geschlechtliche Gleichstellung und Prävention von sexuell übergriffigem Verhalten unter Gleichaltrigen in Europa. Gemeinsam mit Partnerorganisationen aus den Niederlanden, Belgien, Griechenland, Finnland und Deutschland entwickeln wir ein Curriculum für Jugendliche ab 13 Jahren und ein entsprechendes Training für Fachkräfte in der Jugendarbeit. Da STBs teilweise auf Geschlechtsrollennormen und Männlichkeitsideale zurückgeführt werden (Reidy et al., 2015), legt »PreWorks« den Schwerpunkt auf die kritische Reflexion von Geschlechternormen, -rollen und -stereotypen als ursächliche und aufrechterhaltende Faktoren von STBs. In Studien zeigte sich beispielsweise, dass diejenigen, die sich am stärksten unter Druck gesetzt fühlen, männlichen Geschlechterrollen zu entsprechen, am ehesten zu Sex mit wechselnden Partner*innen neigen und eventuell Gewalt anwenden, um ihre sexuellen Ziele zu erreichen; weibliche Rollenbilder wiederum können Gehorsam und Selbstobjektifizierung suggerieren (Seabrook et al., 2018).

Ziel des »PreWorks«-Curriculums ist daher, das sich entwickelnde Bewusstsein der Jugendlichen für ihre Identität und die Normen und Erwartungen an zwischenmenschliche Interaktionen zu klären und zu stärken. Das Curriculum umfasst vier Gruppenmodule, ergänzt um zusätzliche Materialien und Ressourcen, die in Sitzungen à 90 Minuten vermittelt werden. Die Module sind: (1) Geschlechterrollen und gesellschaftliche Normen (z. B. Reflexion über Geschlechtsidentität, Geschlechterausdruck, LGBTQ+), (2) das digitale Selbst (z. B. Reflexion über die eigene digitale Identität, Strategien für Wohlbefinden im digitalen Raum, Erkennen von Cybermobbing), (3) sichere Beziehungen und Schutzstrategien (z. B. Reflexion über gesunde, gelingende Beziehungen auf Augenhöhe, Stärkung von Selbstermächtigung und sexueller Selbstbestimmung) und (4) Kommunikation und Einvernehmlichkeit (z. B. Bedeutung von persönlichen Grenzen, Kommunikation von Grenzen, aktive Abgrenzung). Diese Inhalte wurden partizipativ entwickelt und beziehen neben professionellen Helferpersonen in der Jugendarbeit auch die Perspektiven von Jugendlichen aktiv in den Gestaltungsprozess mit ein.

Die Schulung für Helferpersonen in der Jugendarbeit wird ein fundiertes Verständnis der aktuellen Forschung und des konzeptionellen Rahmens vermitteln, um sie in die Lage zu versetzen, STBs in verschiedenen nicht-formalen Bildungs- und Betreuungssettings zu erkennen und zu verhindern, wobei sie auch einen kritischen Blick auf die mögliche Voreingenommenheit eigener Werte und Perspektiven wirft, die die Interpretation von STBs beeinflussen können. Damit soll vermieden werden, dass entweder eine altersgerechte sexuelle Entwicklung von Jugendlichen als problematisch behandelt oder STBs als angemessenes Entwicklungsverhalten fehlgedeutet wird (z. B. »Jungen sind nun mal so«). Bei diesen Schulungen verfolgen wir einen »Train the Trainers«-Ansatz, um Multiplikator*innen zu befähigen, die Intervention nachhaltig weiterzugeben. 

Die entstehenden Materialien werden frei und in mehreren Sprachen zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt. Die partizipative Entwicklung gewährleistet dabei eine praxisnahe und nachhaltige Umsetzung. Insgesamt möchte »PreWorks« eine präventive Maßnahme anbieten, die sich in die Bildungs-, Jugend- und Gleichstellungsarbeit innerhalb Europas integrieren lässt.

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Dworkin, E. R., Krahé, B., & Zinzow, H. (2021). The Global Prevalence of Sexual Assault: A Systematic Review of International Research Since 2010. Psychology of Violence, 11(5), 497–508. https://doi.org/10.1037/VIO0000374

Ey, L. A., McInnes, E., & Rigney, L. I. (2017). Educators‘ understanding of young children‘s typical and problematic sexual behaviour and their training in this area. Sex Education, 17(6), 682–696. https://doi.org/10.1080/14681811.2017.1357030

Reidy, D. E., Smith-Darden, J. P., Cortina, K. S., Kernsmith, R. M., & Kernsmith, P. D. (2015). Masculine discrepancy stress, teen dating violence, and sexual violence perpetration among adolescent boys. Journal of Adolescent Health, 56(6), 619–624. https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2015.02.009

Seabrook, R. C., Ward, L. M., & Giaccardi, S. (2018). Why is fraternity membership associated with sexual assault? Exploring the roles of conformity to masculine norms, pressure to uphold masculinity, and objectification of women. Psychology of Men and Masculinity, 19(1), 3–13. https://doi.org/10.1037/MEN0000076

Shlonsky, A., Albers, B., Tolliday, D., Wilson, S. J., Norvell, J., & Kissinger, L. (2017). Rapid evidence assessment : current best evidence in the therapeutic treatment of children with problem or harmful sexual behaviours, and children who have sexually offended. https://apo.org.au/node/92426

Vives-Cases, C., Sanz-Barbero, B., Ayala, A., Pérez-Martínez, V., Sánchez-Sansegundo, M., Jaskulska, S., Antunes Das Neves, A. S., Forjaz, M. J., Pyżalski, J., Bowes, N., Costa, D., Waszyńska, K., Jankowiak, B., Mocanu, V., & Davó-Blanes, M. C. (2021). Dating violence victimization among adolescents in europe: Baseline results from the lights4violence project. International Journal of Environmental Research and Public Health, 18(4), 1–11. https://doi.org/10.3390/ijerph18041414

Wunsch, A., & Moran, C. (2018). Traffic Lights : Understanding healthy sexual development and protecting children from harm. Educating Young Children, 24(3), 24–26. https://search.informit.org/doi/10.3316/aeipt.221752

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Georgios Paslakis, Univ.-Prof. Dr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leitender Arzt der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum am Campus OWL/Lübbecke. Arbeitsschwerpunkt: Forschung zu Genderaspekten bei Ess-, Persönlichkeits-, und Traumafolgestörungen.
Kontakt: georgios.paslakis(at)rub.de 

 

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Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

Artikel der Gesamtausgabe

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