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FORUM 1–2025

Peers als Bystander motivieren und stärken. Erfahrungen aus einem Präventionsworkshop

Andrea Buskotte , Yasmina Reimann , Informationen zu den Autorinnen/Autoren
Jugendliche, die Übergriffe miterleben oder davon erfahren, reagieren sehr unterschiedlich – vom Wegsehen bis zum Eingreifen. Daran knüpft die Präventionsarbeit an und reflektiert mit Jugendlichen mögliche Reaktionen und Handlungsoptionen. Im Beitrag wird aus dieser Präventionsarbeit mit Peers als möglichen Bystandern berichtet.

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Bystander, die einen Übergriff beobachtet oder von ihm erfahren haben, können das Geschehen als harmlos oder unbedeutend banalisieren, sich mit der betroffenen Person oder mit der/den Gewaltausübenden solidarisieren, wegsehen oder sich einmischen. Bystander können unterstützend und hilfreich für Betroffene sein, sie können eine Situation aber auch falsch einschätzen oder überfordert sein. Präventionsarbeit kann hier anknüpfen, indem sie mit Jugendlichen diese Perspektive anspricht und mögliche Reaktionen und Handlungsperspektiven reflektiert.

Forschungsbefunde und Anregungen für die Integration der Bystander-Perspektive in die Präventionsarbeit mit Jugendlichen vermittelt die Broschüre »Jugendliche stark machen für Schutz vor sexuellen Übergriffen in ihrem sozialen Umfeld – Konzept für einen Präventionsworkshop mit theaterpädagogischen Elementen«1. Grundlage des Konzepts sind Interviews und Gruppendiskussionen mit Jugendlichen über ihre Einschätzungen zu sexuellen Übergriffen in verschiedenen Kontexten. Ergebnis ist eine Konzeption für Präventionsarbeit insbesondere mit vulnerablen Jugendlichen, z. B. in Wohngruppen und in der Jugendarbeit, mit einem Fokus auf ihrer Perspektive als Bystander von Übergriffen.

Das war der Ausgangspunkt für unser Projekt »Jugendliche stärken für den Schutz vor sexuellen Übergriffen – Pilotprojekt zur Bystander-Prävention in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe«.2 Zusätzlich zum Fokus auf die Bystander-Thematik hat uns interessiert, mit Jugendlichen außerhalb der Schule zu arbeiten. Wir waren gespannt, ob und wie Jugendliche in Wohngruppen von Jugendhilfeeinrichtungen für das Thema und die Teilnahme an einem Präventionsworkshop motiviert werden können.
 

An der Projektentwicklung haben die AWO Braunschweig – Jugend- & Erziehungshilfen, sichtbar. Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt e. V. in Braunschweig und die Landesstelle Jugendschutz Niedersachen (LJS) mitgewirkt. Gemeinsam haben wir die zentralen Aspekte aus dem Konzept »Jugendliche stark machen für Schutz vor sexuellen Übergriffen in ihrem sozialen Umfeld – Konzept für einen Präventionsworkshop mit theaterpädagogischen Elementen« mit eigenen Erfahrungen aus unserer Praxis abgeglichen und ausgelotet, wie wir Jugendliche mit dem Angebot ansprechen und für die Teilnahme gewinnen können. Im Rahmen des Projekts hat das Team der Fachberatungsstelle drei Workshops für unterschiedliche Jugendwohngruppen durchgeführt. Für die Mitarbeitenden aus einer Einrichtung hat eine Fortbildung stattgefunden. Über das Projektende hinaus steht eine Materialsammlung für die Präventionsarbeit zur Verfügung, die die zentralen Erfahrungen aus dem Projekt zusammenfasst.3

Eine wesentliche Orientierung für das Projekt war der Partizipationsgedanke: Im Mittelpunkt des Workshops sollten Erfahrungen und Interessen der Jugendlichen stehen. Was interessiert sie am Thema? Was möchten sie wissen und diskutieren? Worüber möchten sie nicht reden? Die Beteiligungsmöglichkeiten sind den jungen Menschen im Vorfeld und während des Workshops transparent gemacht worden. Auch in der methodischen Gestaltung der Workshops wurde der Ansatz berücksichtigt. Zum Einsatz kamen u. a. theaterpädagogische Methoden, beruhend auf der Idee, dass die Jugendlichen dabei ihre Erfahrungen realitätsnah einbringen und reflektieren können.

Die Workshops

Im Vorfeld: Interesse wecken und Vertrauen aufbauen 

Zwei Aspekte haben nach unserem Eindruck zum Zustandekommen der Workshops wesentlich beigetragen: ein hoher Stellenwert von Prävention sexualisierter Gewalt in den Einrichtungen und ein guter Kontakt zwischen dem Projektteam der Fachberatungsstelle und der jeweiligen Institution im Vorfeld. Förderlich für die Umsetzung waren die Leitungen, die entschieden haben, das Thema aufzugreifen, und es ermöglichten, dass Arbeitszeit der Mitarbeitenden und finanzielle Ressourcen für die Workshop-Durchführung eingesetzt werden konnten. Eine enge Zusammenarbeit im Vorfeld wirkte sich positiv auf die Motivation der Teilnehmenden aus. Informierte Mitarbeitende, die sich mit dem Thema und dem Konzept des Workshops vertraut gefühlt haben, waren in der Akquise erfolgreich und konnten Jugendliche für die Teilnahme gewinnen. 

Für jeden Workshop hat das Team der Fachberatungsstelle eine Informationsveranstaltung angeboten. Dieses Treffen fand circa zwei Wochen vor dem Workshop in den Räumen der jeweiligen Jugendhilfeeinrichtung statt und dauerte anderthalb bis zwei Stunden. Der Termin diente dazu, die Jugendlichen mit dem Thema, dem Format Workshop und den Teamenden bekannt zu machen. Rückblickend können wir feststellen, dass der Vertrauensaufbau zwischen der Gruppe und dem Workshop-Team wie auch der Kontakt unter den teilnehmenden Jugendlichen besser gelang, wenn zuvor ein solches Info-Treffen stattgefunden hatte. Ohne vorausgehende Info-Veranstaltung blieben die Jugendlichen während des Workshops weitgehend in ihren gewohnten Gruppenkontexten und zeigten wenig Bereitschaft, mit den anderen Teilnehmenden in Austausch zu treten. Die inhaltlichen Diskussionen waren weniger intensiv als in den Gruppen, die an einem Info-Treffen teilgenommen hatten. Auch im Hinblick auf die Bedingung einer freiwilligen Teilnahme waren die Informationstreffen sinnvoll: Die Jugendlichen hatten danach ausreichend Zeit, sich für oder gegen ihre Teilnahme zu entscheiden. Die Freiwilligkeit war auch während der Workshops für die Motivation maßgeblich: Wir stellten den Jugendlichen ausdrücklich frei, ob oder inwieweit sie sich bei den einzelnen Übungen einbringen wollten. Sie konnten jederzeit Pausen machen oder aus dem Workshop aussteigen. Einige Teilnehmende haben dieses Angebot auch genutzt und den Workshop verlassen. 

Wissen vermitteln, Standpunkte klären: Was ist sexualisierte Gewalt?

Eine Auseinandersetzung mit der Frage »Was ist sexualisierte Gewalt?« ist nach unserer Erfahrung auch im Kontext der Bystander-Thematik ein wesentlicher Aspekt. Wir haben in den Workshops die Erfahrung gemacht, dass das Wissen und die Haltungen der Jugendlichen dazu breit gestreut sind. Die von uns eingeführten Beispiele für sexuelle Grenzverletzungen und Übergriffe wurden von den Teilnehmenden jeweils sehr unterschiedlich bewertet und intensiv diskutiert. Im Zuge dieses Austauschs haben die Jugendlichen weitere Themen wie (Homo-)Sexualität, Gender, Rassismus und Sexismus angeschnitten, zu denen vertieftes Wissen und eine klare Haltung bei den Teamenden erforderlich sind. Von einigen Jugendlichen wurden eigene Erfahrungen mit Grenzverletzungen oder Übergriffen geteilt, die von den Teamenden aufgefangen werden mussten. Wir haben in solchen Situationen auch viel Solidarität und Empowerment für Betroffene bei den Teilnehmenden gesehen. Die Rückmeldungen der Jugendlichen haben gezeigt, dass ihnen die Inhalte dieses Themenblocks wichtig waren, teilweise haben sie sich dafür mehr Zeit gewünscht.

Die Perspektive der Bystander – Hilfe und Unterstützung bei Übergriffen

Anhand von fiktiven Beispielszenen, in denen sich ein Übergriff abzeichnet oder angebahnt wird, haben die Jugendlichen besprochen, wie sie selbst als Bystander reagieren könnten. Ihre jeweiligen Ideen haben sie in Rollenspielen ausprobiert. Beispielsituationen, die nicht eindeutig als Übergriffe gelesen werden können, eignen sich nach unserer Erfahrung besonders gut, um den Blick für Grenzüberschreitungen zu schärfen. Jugendliche kennen solche uneindeutigen Situationen aus ihrem Alltag oft sehr gut. Auch Situationen, in denen den Jugendlichen durch einen Freund oder eine Freundin von einem sexuellen Übergriff erzählt wird, bilden die Realität von Bystandern gut ab. Von den Jugendlichen wurde häufig angesprochen, dass solche Situationen besonders belastend sind, wenn es sich bei den Betroffenen um enge Freundinnen und Freunde handelt, die man auf keinen Fall im Stich lassen möchte.

Für uns hat sich gezeigt, dass Jugendliche unter Hilfe und Unterstützung für Betroffene vor allem ein aktives Eingreifen in einer akuten Situation verstehen. Sie benennen als Handlungsoptionen z. B., dass sie die angreifende Person schlagen oder die betroffene Person aus der Situation hinauszerren würden. In der Reflexion über solche Vorgehensweisen hat sich gezeigt, dass diese Optionen für den Alltag oft nicht realistisch sind und dass die Sorge, selbst verletzt zu werden, bei vielen Jugendlichen groß ist. Es ist deswegen sinnvoll, Alternativen zum konfrontativen und körperlichen Eingreifen zu besprechen. Hier haben wir mit den Jugendlichen diskutiert, ob es möglich ist, statt der übergriffigen Person die bedrängte Person anzusprechen, weitere (erwachsene) Menschen einzuschalten oder die Polizei zu verständigen. Einige Jugendliche problematisierten, dass sie sich oft allein in der Verantwortung sähen, jemanden zu unterstützen. Erwachsene einzuschalten, wurde von ihnen nur selten als Option erwogen.

Interessant für uns war außerdem, dass es für viele Jugendliche herausfordernd war, die Beispielszene weiterzuentwickeln, ohne einen konkreten (körperlichen) Übergriff als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen und somit ihres Handelns zu haben. Ihre ersten Ideen zielten oft darauf ab, den Übergriff mit massivem Einsatz zu verhindern. Hier hat sich für uns gezeigt, dass eine intensive Begleitung der Übung wichtig ist: Zum einen, um das Nachspielen und Darstellen von Gewaltsituationen zu verhindern, und zum anderen, um mit den Jugendlichen zu reflektieren, wie eine hilfreiche Unterstützung und Solidarität mit Betroffenen auch nach einem Übergriff möglich ist.

Theaterpädagogisches Arbeiten: Spielen oder nicht spielen?

Der theaterpädagogische Ansatz ermöglicht es, dass die Teilnehmenden ausprobieren können, wie sie handeln könnten, wenn sie einen Übergriff beobachten oder vermuten. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, die Jugendlichen zu ermutigen, Varianten des Vorgehens auszutesten, mit weiteren Ideen und Handlungsoptionen zu experimentieren. Eine intensive Begleitung der Gruppen durch die Teamenden unterstützt diese Prozesse und stellt sicher, dass alle Teilnehmenden aktiv beteiligt sind. 

Im Prozess haben wir außerdem darauf geachtet, die Jugendlichen zu motivieren, sich selbst zu reflektieren: »Traue ich mir das wirklich so zu?« oder »Würde ich tatsächlich so handeln?«. 

Es war zu beobachten, dass sich in jeder Gruppe Teilnehmende befanden, die nicht spielen wollten. Sie konnten mit Fragen nach ihren Ideen oder konkreten Regieanweisungen in die Entwicklung der Szenen einbezogen werden. Grundsätzlich haben wir in allen Gruppen erlebt, dass es die Kommunikation in der Gruppe vereinfacht, wenn beim Spielen viel gelacht und ungeniert ausprobiert werden kann. Die Motivation der Teamenden, selbst zu spielen und sich ggf. aus der eigenen Komfortzone zu trauen, wirkt sich nach unserer Beobachtung ebenfalls positiv auf die Motivation der Teilnehmenden aus. Wir haben aber auch erlebt, dass sich niemand bereitgefunden hat, eine Rolle zu spielen. Unser Angebot, Rollen nach Regieanweisungen der Gruppe zu spielen, wurde hier nicht angenommen. Die anschließende Gruppendiskussion über das Beispiel hat trotzdem wertvolle Ergebnisse erbracht.

Prävention ist Teamwork

Zahlreiche Initiativen, Modellprojekte und Programme unterstützen bereits dabei, Kinder und Jugendliche über sexualisierte Gewalt aufzuklären und sie über Hilfsangebote zu informieren. Auch Fortbildungen für Fachkräfte in Schule und Jugendhilfe sowie Informationsangebote für Eltern und Bezugspersonen von Kindern sind weit verbreitet. Mit diesem Projekt geraten zusätzlich die Lebenswelten und Erfahrungen von Jugendlichen in den Blick. Viele Jugendliche sind mit der Bystander-Perspektive vertraut: Sexualisierte Übergriffe finden nicht selten im Beisein anderer Jugendlicher statt oder werden untereinander besprochen. Und Peers werden oft im Nachhinein von betroffenen Jugendlichen ins Vertrauen gezogen. Die Berücksichtigung des Peer-Kontextes sollte deshalb ein zentraler Bestandteil der Präventionsarbeit mit Jugendlichen sein. 

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die jungen Menschen in unseren Workshops sich mit Interesse auf die Erkundung der Bystander-Perspektive eingelassen haben. Sie haben sich mit ihren Ansichten eingebracht, im Austausch mit den anderen Jugendlichen eigene Überlegungen abgeglichen und erweitern können. Dabei war die größte Herausforderung nicht, sie für das Thema zu motivieren, sondern sie zu überzeugen, ihre Freizeit für einen Präventionsworkshop zu investieren. Hierbei waren die Überzeugungsarbeit der Fachkräfte und die Informationsveranstaltungen im Vorfeld entscheidend. 

Um Jugendliche in ihrer Unterstützungsbereitschaft und Handlungsfähigkeit in (drohenden) Gewaltsituationen zu stärken, braucht es neben Workshops ein für das Thema sensibilisiertes Umfeld. Damit die Impulse eines Präventionsworkshops wirken können, muss Prävention auch in den Alltag von Jugendlichen integriert sein. Prävention sexualisierter Gewalt ist also mehr als die Durchführung eines Projekts: Es ist wichtig, dass junge Menschen nach einem Workshop mit ihren Erfahrungen nicht allein bleiben. Auch im Alltag brauchen Jugendliche Räume und Gelegenheiten zum Austausch über Erfahrungen mit Grenzverletzungen und erwachsene (Bezugs-)Personen, die solche Erfahrungen einordnen, Betroffene sowie Bystander unterstützen und Vorbilder für den Umgang mit Grenzsetzung und -wahrnehmung sind. Prävention muss auch in den jeweiligen Institutionen gelebt werden. Das erfordert eine grundsätzliche pädagogische Haltung, die die Jugendlichen als selbstbestimmte und schützenswerte Persönlichkeiten respektiert, ihr Selbstbewusstsein und ihre Autonomie fördert und ihnen einen respektvollen und gewaltfreien Umgang vermittelt.4

Fachwissen dazu und die Reflexion eigener Einstellungen sollten deshalb regelmäßig und im Teamkontext in jeder Einrichtung vertieft werden. Die Durchführung von Präventionsprojekten für die Jugendlichen einer Einrichtung ist also immer ein idealer Anlass, das Thema auch z. B. in Dienstbesprechungen und Fortbildungen für Mitarbeitende zu behandeln. 

Was wir aus dem Projekt mitnehmen: Die Bystander-Perspektive ist ein guter Zugang für Jugendliche – sie werden nicht in erster Linie als (potenziell) Betroffene oder (potenzielle) Gewaltausübende angesprochen, sondern als Unterstützerinnen und Unterstützer. Das berücksichtigt ihre Lebensrealität und stärkt sie darin, in solchen herausfordernden Situationen eine Bereitschaft zum Handeln zu entwickeln. Und: Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fachberatungsstelle, die den Workshop durchführt, und der jeweiligen Institution, in der die Jugendlichen betreut werden, ist unerlässlich. Workshops benötigen eine sorgfältige Vorbereitung und Nachbereitung. Das erfordert sowohl die Expertise der Fachberatungsstelle in der Durchführung als auch das Engagement der Institution, um die Jugendlichen zur Teilnahme zu motivieren und Prävention im Alltag zu verankern. 

Fußnoten

1 https://sicher-aufwachsen.org/arbeitsmaterialien/jugendliche-stark-machen-fuer-schutz-vor-sexuellen-uebergriffen-in-ihrem-sozialen-umfeld

2 Das Projekt wurde von 2022 bis 2024 vom Sozialministerium in Niedersachsen gefördert.

3 https://www.jugendschutz-niedersachsen.de/

4 Braun, B. (2018). Prävention – eine Frage der Haltung. Standpunkt und Verständnis sind entscheidend. In: Respekt! Schulen als ideale Orte der Prävention von sexualisierter Gewalt. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, S. 48–49.

Veröffentlichungsdatum

Andrea Buskotte, bis 2024 Referentin der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen mit dem Arbeitsschwerpunkt Gewaltprävention.
Kontakt: andrea.buskotte(at)posteo.de 

Yasmina Reimann, Mitarbeiterin bei sichtbar. Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt e. V., Fortbildung und Prävention.
Kontakt: y.reimann(at)sichtbar-bs.de

 

Alle Links und Autorenangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

Artikel der Gesamtausgabe

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