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FORUM 1–2025

Pornografie im Alltag und in der Sexuellen Bildung von Jugendlichen

Das »PASeBi«-Projekt

Das Projekt »PASeBi« untersucht u. a. die Zugänglichkeit von Pornografie für Jugendliche im digitalen Zeitalter, den Umgang mit Pornografie und deren Einstellungen dazu. Die Projektskizze präsentiert die Fragestellungen und Methodik.

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Im Internet-Zeitalter ist Pornografie zugänglicher denn je, nicht nur für erwachsene, sondern auch für jugendliche Mediennutzende (Döring, 2024). So berichten laut nationalen und internationalen Studien viele Jugendliche ab dem Pubertätsalter von ungewollten Pornografie-Kontakten: Das heißt, dass sie zufällig auf entsprechende Online-Inhalte stoßen, sie von Peers unaufgefordert weitergeleitet oder auf dem Handy gezeigt bekommen. Zudem suchen zahlreiche Jugendliche aber auch absichtlich nach sexuell expliziten Online-Inhalten, sei es aus Neugier, um etwas über Sexualität zu erfahren, um mitreden zu können oder auch, um sich sexuell anregen zu lassen. Dabei greifen Jungen statistisch häufiger auf Pornografie – insbesondere auf Videopornografie – zurück als Mädchen (Paulus et al., 2024; Peter & Valkenburg, 2016; Scharmanski & Hessling, 2021).

Die Folgen dieser Entwicklung werden kontrovers diskutiert. Teilweise werden starke negative Effekte befürchtet (etwa sexuelle Verrohung und Sucht). Teilweise wird aber auch angenommen, dass Jugendliche zwischen fiktionalen pornografischen Medieninhalten und Partnersexualität differenzieren und sich daher eher wenig beeinflussen lassen. Verschiedene pädagogische Ansätze haben sich etabliert, um Jugendliche in ihren Pornografie-Kontakten zu begleiten: Dazu gehören Verbote und Warnungen, Vertrauen in die Selbstsozialisation sowie auch eine gezielte Förderung v 

Hintergrund des »PASeBi«-Projekts

Wenn sexualpädagogische Fachkräfte sich fragen, welche Pornografie-Erfahrungen für Jugendliche in Deutschland heute typisch sind, finden sie in der wissenschaftlichen Fachliteratur darauf kaum Antworten. Denn aktuelle wissenschaftliche Befragungsdaten für Deutschland fehlen. Daher wurde im Arbeitskreis Sexuelle Bildung der AWO (Arbeiterwohlfahrt)-Beratungsstellen in Nordrhein-Westfalen der Bedarf an einer aktuellen Studie artikuliert. Angeregt durch Matthias Biermann (AWO-Beratungszentrum für Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität, Lore-Agnes-Haus) bildete sich eine insgesamt sechsköpfige Arbeitsgruppe innerhalb des AWO-Arbeitskreises. Maßgeblich wurde das Befragungsprojekt dann durch Thomas Zenge Wesendonk (AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität und Partnerschaft im Kreis Wesel) vorangetrieben, der als Sexualpädagoge vor rund 15 Jahren bereits eine Fragebogenerhebung unter N = 617 Jugendlichen zur Pornografie durchgeführt hatte (Zenge Wesendonk, 2011). Zur Arbeitsgruppe gehören neben den beiden genannten Mitgliedern (in alphabetischer Reihenfolge) zudem Yasemin Bresemann (AWO-Beratungszentrum für Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität, Lore-Agnes-Haus), Alexander Daum (AWO-Fachstelle Jugendarbeit und Sexualpädagogik Münster), Tanita Kistinger (Beratungsstelle für Sexuelle Bildung und HIV/STI-Prävention im AWO-Kreisverband Wuppertal) und Mareike Wellner (AWO-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Paar- und Lebensberatung Dortmund). 

Die Arbeitsgruppe wandte sich für die Umsetzung der Befragungsstudie an die Autorin dieses Beitrags, Prof. Dr. Nicola Döring, Leiterin des Fachgebiets Medienpsychologie und Medienkonzeption an der Technischen Universität Ilmenau, die die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernahm.1 Sie setzt damit ihre langjährige Forschung zu Inhalten, Nutzung und Wirkung von Pornografie fort (z. B. Döring, 2011, 2013, 2022). Finanziert aus Haushaltsmitteln der Professur will das Projekt unter dem Titel »PASeBi« (»Pornografie im Alltag und in der Sexuellen Bildung von Jugendlichen«) von 2022 bis 2025 jugendliche Pornografie-Nutzung und deren Bedeutung für die Sexuelle Bildung empirisch untersuchen. 

Fragestellungen des »PASeBi«-Projekts

Im Rahmen des sexual- und kommunikationswissenschaftlichen »PASeBi«-Projekts sollen in Zusammenarbeit mit der sexualpädagogischen Praxis vier Forschungsfragen (F1–F4) beantwortet werden:

F1: Wie verbreitet sind ungewollte und gewollte Pornografie-Kontakte unter Jugendlichen?

F2: Welche Einstellungen haben Jugendliche zur Pornografie?

F3: Welche sexuellen Praktiken und Merkmale, die mit Pornografie-Vorbildern in Verbindung stehen können, gehören nach Auffassung der Jugendlichen zu gutem Sex?

F4: Welche Anforderungen haben Jugendliche an zeitgemäße Pornografie-Aufklärung?

Methodik des »PASeBi«-Projekts 

Der Forschungsfragebogen wurde anhand der Fachliteratur entwickelt und durch Fachleute der Sexuellen Bildung validiert. Befragt werden sollen rund 1.000 weibliche, männliche und nichtbinäre Schüler*innen2 ab 14 Jahre der 8. und 9. Klassenstufe im Rahmen der regulären sexualpädagogischen Projekte an Schulen in Nordrhein-Westfalen. Diese sexualpädagogischen Projekte im Umfang von typischerweise vier Unterrichtsstunden werden von sexualpädagogischen Fachkräften der AWO-Beratungsstellen NRW sowie von YouthWork NRW3 durchgeführt. Sollte im Zuge der Befragung Diskussionsbedarf entstehen, können die anwesenden Fachkräfte vor Ort direkt darauf eingehen. 

Der Fragebogen wird zum Ausfüllen auf dem Handy angeboten sowie auf Papier, falls kein Handy zur Verfügung steht. Die Datenerhebung erfolgt strikt anonym und dient rein wissenschaftlichen Zwecken. Die Studie wird mit positivem Votum der Ethikkommission der Technischen Universität Ilmenau durchgeführt sowie mit informierter schriftlicher Einwilligung der teilnehmenden Jugendlichen, ihrer Eltern/Erziehungsberechtigten sowie der Schulleitungen der beteiligten Schulen.

Fazit

Die Ergebnisse der »PASeBi«-Studie sollen in zwei separaten Publikationen für Wissenschaft und Praxis dargestellt werden: Für die Wissenschaft sollen die empirischen Daten mit Fokus auf die statistischen Befunde präsentiert und in den bisherigen Forschungsstand eingeordnet werden. In einem zweiten Beitrag sollen Schlussfolgerungen der Studie für die sexualpädagogische Praxis gezogen werden. Hier soll es vor allem darum gehen, wie dem Thema Pornografie in der Sexuellen Bildung ausreichend Raum gegeben werden kann und welche pädagogischen Methoden und Botschaften geeignet sind, um Jugendliche in einem selbstbestimmten Umgang mit dem allgegenwärtigen pornografischen Online-Material altersgerecht zu unterstützen. Bei der Entwicklung von pädagogischen Methoden und Botschaften, werden die von den Jugendlichen in der »PASeBi«-Studie geäußerten Bedarfe an Pornografie-Aufklärung sowie ihre typischen Nutzungsmuster aufgegriffen. Die Behandlung des Themas Pornografie durch sexualpädagogische Fachkräfte ist auch deswegen wichtig, weil ein relativ großer Teil der Eltern/Erziehungsberechtigten (40 % der Mütter und 35 Prozent der Väter in Deutschland) berichten, dass sie selbst sich schwertun, dieses sensible Thema im Rahmen der Sexualaufklärung ihrer Kinder anzusprechen (Scharmanski & Hessling, 2023).

Fußnoten

1 Projekt-Website: https://www.tu-ilmenau.de/mpmk/forschung/pasebi

2 Auf Wunsch der Autorin wird der Gender-Stern verwendet.

3 https://youthwork-nrw.de

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Döring, N. (2011). Pornografie-Kompetenz: Definition und Förderung. Zeitschrift für Sexualforschung, 24, 228–255. https://doi.org/10.1055/s-0031-128707

Döring, N. (2013). Wie wird Pornografie in Online-Foren diskutiert? Zeitschrift für Sexualforschung, 26, 305–329. https://doi.org/10.1055/s-0033-1356091

Döring, N. (2022). Sex, Jugend und Pornografie: Wie soll man pädagogisch damit umgehen? Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis, 67(3), 94–99.

Döring, N. (2024). Digitale Pornografie. In P. Grimm, K. E. Trost & O. Zöllner (Hg.), Digitale Ethik (S. 357–368). Baden-Baden: Nomos.

Paulus F. W., Nouri F., Ohmann S., Möhler E., & Popow C. (2024). The Impact of Internet Pornography on Children and Adolescents: A Systematic Review. L‘Encéphale 50(6), 649–662. https://doi.org/10.1016/j.encep.2023.12.004

Peter J., & Valkenburg P.M. (2016). Adolescents and Pornography: A Review of 20 Years of Research. The Journal of Sex Research, 53, 509–531. https://doi.org/10.1080/00224499.2016.1143441

Scharmanski, S., & Hessling, A. (2021). Medien der Sexualaufklärung. Jugendsexualität 9. Welle. BZgA-Faktenblatt. https://doi.org/10.17623/BZgA_SRH:fb_JUS9_Medien

Scharmanski, S., & Hessling, A. (2023). Die Sicht der Eltern auf die Sexualaufklärung ihrer Kinder. FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung 1, 10–20. https://doi.org/10.17623/BZgA_SRH:forum_2023-1_beitrag_juse_elternsicht

Zenge Wesendonk, T. (2011). Geiles Zeug? Ergebnisse einer Befragung zu Pornographie an weiterführenden Schulen im Kreis Wesel 2010/11. Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Wesel e. V. https://www.awo-kv-wesel.de/media/download/porno_brosch__re.pdf Zugegriffen:17.1.2024

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Prof. Dr. Nicola Döring ist Professorin für Medienpsychologie und Medienkonzeption an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien der Technischen Universität Ilmenau.
Kontakt: nicola.doering(at)tu-ilmenau.de

 

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Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

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