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FORUM 1–2025

Schutzkonzepte partizipativ in der Peer Community entwickeln

Mechthild Wolff , Sonja Riedl , Informationen zu den Autorinnen/Autoren

Das »PaCoPro«-Toolkit

Das »PaCoPro«-Toolkit (participate, connect, protect) unterstützt Jugendliche dabei die Entwicklung eines Schutzkonzepte zu persönlichen Rechten in der Kinder- und Jugendarbeit in die eigene Hand zu nehmen. Die Beitrag zeigt, PaCoPro Partizipation, Vernetzung und Schutz verbindet und zeigt konkrete Wege auf, wie Jugendliche Verantwortung übernehmen und Strukturen nachhaltig verändern können.

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Einleitung

Die Gewährleistung von Schutz und Sicherheit für junge Menschen an allen Orten, an denen sie sich aufhalten, ist deren zentrales Recht. Dies gilt etwa für pädagogische Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, helfende, therapeutische und pflegende Einrichtungen sowie alle Freizeitstätten. Vielfach werden junge Menschen in die Frage, wovor sie überhaupt geschützt werden wollen und wie Schutz und Sicherheit hergestellt werden können, nicht eingebunden. Vielmehr geben Erwachsene die Maßnahmen vor, die zu ergreifen sind. Das war der Anlass, um in dem Transferprojekt »SchutzJu«1 zu überlegen, wie junge Menschen bestmöglich die Entwicklung eines Schutzkonzepts in der Kinder- und Jugendarbeit in die eigene Hand nehmen können: Was brauchen sie, damit sie konkrete Maßnahmen für ihre Peer Community ergreifen können, die ihren Lebensrealitäten entsprechen und die ihre Bedürfnisse und Ideen aufnehmen? Hier setzt das »PaCoPro«-Toolkit an, das an der Hochschule Landshut entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. Eigentlich ist dieses Toolkit für die Jugendverbandsarbeit bestimmt; die Anwendung zeigt jedoch, dass viele der Tools auch in der offenen Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden können. Nachfolgend werden Zugang und Ansatz des Toolkits näher vorgestellt. 

Warum braucht es das »PaCoPro«-Toolkit?

Schutzkonzepte setzen sich aus verschiedenen Maßnahmen zusammen, die alle dazu beitragen sollen, Schutz herzustellen und die persönlichen Rechte junger Menschen zu stärken. Sie sind ein aktiver Beitrag, jegliche Formen der Diskriminierung und Gewalt sowie Grenzverletzungen und Übergriffe auszuschließen und zu einem respektvollen und schützenden Miteinander beizutragen. Kommt es zu Überschreitungen von Rechten, geben Schutzkonzepte Hinweise, wie man im Ernstfall vorgehen und Recht wiederherstellen kann. Aber wie kann das in Peer Communitys gelingen? Zu dieser Frage, wie Schutzkonzepte in der Kinder- und Jugendarbeit aussehen müssen, hat es in den vergangenen Jahren bereits viele Diskussionen gegeben und viele Schutzkonzepte sind bereits entstanden. Da die Kinder- und Jugendarbeit aber an unterschiedlichen Orten stattfindet und die Beziehungskonstellationen zwischen Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Erwachsenen dort stark variieren, bedarf es unterschiedlicher Überlegungen in allen Feldern der Kinder- und Jugendarbeit, zu der die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Jugendverbandsarbeit, die berufsbezogene Jugendsozialarbeit sowie die Internationale Jugendarbeit und der Jugendaustausch formal gehören. Was allerdings alle Bereiche vereint, ist das Bemühen, trotz unterschiedlicher Strukturen überall die persönlichen Rechte junger Menschen auf diskriminierungsfreie Teilnahme, Gewaltfreiheit und Beteiligung zu verwirklichen. Um dies zu bewerkstelligen, müssen Schutzkonzepte den Schutz- und Sicherheitsbedürfnissen junger Menschen gerecht werden. Ihre Perspektiven in Bezug auf Sexualität, Gewalt, Grenzverletzungen und Schutz müssen berücksichtigt werden und Schutzkonzepte müssen sich an ihren alltäglichen Beziehungserfahrungen orientieren. Sie müssen vor allem stärker an der Schutzkonzeptentwicklung beteiligt werden, als dies bisher der Fall war.2 Beteiligung bedeutet, dass sie miteinander ins Gespräch kommen, motiviert und angeleitet werden müssen, sodass sie eigene und passfähige Maßnahmen für ihre Peer Community entwickeln können.

Was ist das »PaCoPro«-Toolkit?

Das digitale »PaCoPro«-Toolkit bietet vielfältige Materialien, die es jungen Menschen in ihrer Peer Community ermöglichen, über wichtige Themen ins Gespräch zu kommen. »Pa« steht dabei für »participate«, »Co« für »cooperate« und »Pro« für »protect«. Dies bedeutet, dass Schutz durch Zusammenarbeit, im direkten Kontakt und an dem Ort ausgehandelt werden muss, wo er nötig ist. Inhaltlich geht es im »PaCoPro«-Toolkit um persönliche Rechte wie beispielsweise Selbstbestimmung, Würde und Meinungsfreiheit. Junge Menschen werden mit Materialien angeleitet, wie sie gemeinsame Regeln entwickeln können, um die gegenseitigen Rechte zu schützen. Das Toolkit bietet für die Umsetzung von Workshops zu den unterschiedlichen Themen Hilfsmittel und Werkzeuge, um ein bestehendes Schutzkonzept zu erweitern und ggf. noch stärker an die Bedürfnisse der jungen Menschen vor Ort anzupassen. Es stellt zudem sicher, dass alle Stimmen gehört werden und das Schutzkonzept lebendig gehalten wird. Letztlich geht es um eine respektvolle und schützende Umgebung in der Peer Community, die es gemeinsam zu gestalten gilt. 

»PaCoPro« funktioniert demnach wie ein digitaler Werkzeugkasten. Er enthält 29 verschiedene Hilfsmittel sowie didaktische Hinweise, wie man z. B. in einer Gruppe Regeln im Umgang mit persönlichen Grenzen aufstellen kann, wie man »Buddys« als wichtige Vertrauenspersonen einsetzen kann, wie man in Krisensituationen, z. B. bei Übergriffen, Grenzverletzungen oder Gewalt, innerhalb einer Gruppe vorgehen und an was man alles denken sollte. Zu den Tools gehören Poster, Checklisten, Anleitungen, Spiele, Infosheets und vieles mehr. Durch die aktive Bearbeitung der Tools in der Gruppe werden junge Menschen handlungssicherer. Zudem bleibt das Schutzkonzept nicht abstrakt, sondern es wird in der Gruppe lebendig. 

Ergänzt wird das »PaCoPro«-Toolkit durch einen Workshop Guide, damit junge Menschen andere junge Menschen im Sinne eines Multiplikator*innen3-Ansatzes erreichen können: Sie können von Gleichaltrigen in Workshops eingewiesen werden und lernen, wie man die Tools anwenden kann. Dies fördert nicht nur den Wissensaustausch, sondern auch die Entwicklung von Schutzkonzepten direkt vor Ort.

Warum wurde das »PaCoPro«-Toolkit partizipativ erstellt?

»PaCoPro« wurde von fünf jungen Menschen (Peer Educators) aus verschiedenen Jugendverbänden gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Projektteam der Hochschule Landshut (Sonja Riedl, Stefan Sellner unter der Leitung von Mechthild Wolff) entwickelt. Es wurde in enger Zusammenarbeit mit jungen Menschen erstellt, weil sie die Expert*innen ihrer Lebenswelt und ihrer Peergroup sind. Junge Menschen wissen am besten über das Bescheid, was in der Gruppe vielleicht nicht gut läuft, und sie wissen, was sie zur Lösung brauchen. Das »PaCoPro«-Toolkit fördert mit seinen aktivierenden und informativen Hilfsmitteln die Auseinandersetzung mit Themen, die in Gruppen oft nicht direkt angesprochen werden können, wie Nähe und Distanz, Sexualität, persönliche Rechte und Grenzen oder Gewalt und Diskriminierung. Regeln, Vereinbarungen und Umgangsweisen dazu können innerhalb der Peer Community jedoch nur partizipativ im Gespräch miteinander verhandelt werden. 

Welche Rolle spielen die Erwachsenen?

Junge Menschen sollen aber nicht alleingelassen werden bei der partizipativen Erarbeitung eines Schutzkonzepts. Sie brauchen Erwachsene. Diese müssen dafür sorgen, dass es geschützte Räume gibt, in denen Peer Education stattfinden kann. Sie müssen auch als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen und die Peer Community bei Bedarf unterstützen. Vor allem sind sie in Krisensituationen wichtig und wann immer junge Menschen ihre Hilfe benötigen.

Wo findet man Infos zu »PaCoPro«?

Wer mehr über das Toolkit erfahren möchte, findet die Infos auf der Online-Plattform www.schutzkonzepte-partizipativ.de unter dem Bereich »Jugendverbandsarbeit«. Dort sind alle Poster, Checklisten, Spiele sowie weitere Materialen und Informationen zu finden. Sie stehen kostenfrei zur Verfügung. Wer mehr wissen möchte oder Fragen dazu hat, kann sich gern mit der Autorin in Verbindung setzen.

Fußnoten

1 Im Rahmen des Projekts »SchutzJu« arbeitete die Universität Hildesheim an der Schutzkonzeptentwicklung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, die Universität Kassel in der Internationalen Jugendarbeit, die Fachhochschule Kiel in der berufsbezogenen Jugendsozialarbeit und die Hochschule Landshut in der Jugendverbandsarbeit.

2 Alle Ergebnisse aus dem Feld der Jugendverbandsarbeit finden sich im feldspezifischen Datenbericht (Riedl, 2024).

3 Auf Wunsch der Autorin wird in diesem Beitrag der Gender-Stern verwendet.

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Riedl, S. (2024). Schutzkonzepte in Jugendverbänden. Perspektiven von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden auf Schutz, Schutzkonzepte und -maßnahmen sowie Beteiligung in Jugendverbänden. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.10854440 

Riedl, S., Sellner, S., & Wolff, M. (2024). PaCoPro Workshop Guide für Jugendleiter*innen in Jugendverbänden. Praktische Tipps & Ideen zur partizipativen Erarbeitung von Schutzkonzepten. doi.org/10.57688/406

Riedl, S., Sellner, S., & Wolff, M. (2024). PaCoPro TOOLKIT für Dein Schutzkonzept im Jugendverband.doi.org/10.57688/405

 

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Prof. Dr. Mechthild Wolff, seit 2002 Dozentin für erziehungswissenschaftliche Aspekte Sozialer Arbeit an der Hochschule Landshut, Studiengangsleiterin für den BA-Studiengang Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe, Projektleitung des Projekts »SchutzJu« an der Hochschule Landshut.
Kontakt: mechthild.wolff(at)haw-landshut.de

Sonja Riedl, Sozialpädagogin (M.A.), ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Landshut
Kontakt: sonja-riedl(at)gmx.de

 

 

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Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

Artikel der Gesamtausgabe

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