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FORUM 1–2025

Erfassung, Analyse und Aufbereitung von sexualpädagogischen Bildungsmedien für junge Menschen mit Behinderung

Marike Dorhs , Katharina Urbann , Laura Avemarie , Informationen zu den Autorinnen/Autoren

Projekt »Bildungsmedien zur sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt für junge Menschen mit Behinderung«

Das Projekt »Bildungsmedien« entwickelt barrierefreie Zugänge zur sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt für junge Menschen mit Behinderung. Die Projektskizze biete einen Überblick.

Downloads

Nationale und internationale Untersuchungen belegen die hohe Betroffenheit junger Menschen mit Behinderung1 von sexualisierter Gewalt im realphysischen und digitalen Raum (Avemarie et al., 2023; Cardoso et al., 2025; Chodan et al., 2021). Als potenzielle Risikofaktoren werden sprachlich-kommunikative Barrieren sowie ein Defizit an Wissen und Informationen in den Bereichen sexuelle Aufklärung und Prävention sexualisierter Gewalt diskutiert (Chodan et al., 2021; Klebanov et al., 2023).

Im schulischen Kontext besteht die Gefahr, dass junge Menschen mit Behinderung keine adäquate Sexuelle Bildung erhalten (Michielsen & Brockschmidt, 2021). Obwohl die Mehrheit der Lehrkräfte es als ihre Aufgabe betrachtet, Sexuelle Bildung und Prävention sexualisierter Gewalt im Unterricht zu behandeln, fehlt es ihnen oftmals an einer entsprechenden fachlichen Qualifikation (Drinck et al., 2020). An diesen Informations- und Aufklärungsdefiziten setzt das vom BIÖG (vormals BZgA) geförderte Projekt »Bildungsmedien zur sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt für junge Menschen mit Behinderung« an. Ziel ist es, Bildungsmedien, die speziell für junge Menschen mit Behinderung zu den Themen »Liebe und Sexualität« sowie »Prävention sexualisierter Gewalt« in Leichter Sprache, einfacher Sprache und Deutscher Gebärdensprache entwickelt wurden, systematisch zu dokumentieren und hinsichtlich weiterer relevanter Qualitätskriterien zu analysieren. 

Anforderungen an Bildungsmedien für junge Menschen mit Behinderung

Bildungsmedien für junge Menschen mit Behinderung müssen an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen angepasst sein, um eine barrierearme Nutzung zu ermöglichen. Je nach Lernvoraussetzungen sind die Anforderungen an Bildungsmedien unterschiedlich, doch unabhängig von der Art der Behinderung steht vor allem der sprachliche Zugang im Vordergrund (Bosse & Hasebrink, 2016). Aufgrund oftmals geringerer Lesekompetenzen von jungen Menschen mit Behinderung im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Behinderung (Easterbrooks & Lederberg, 2021; Ratz & Selmayr, 2021) bedarf es Bildungsmedien in Leichter und einfacher Sprache (Bosse & Hasebrink, 2016). Davon profitieren auch taube/hörbehinderte Menschen, für die die auf der deutschen Lautsprache basierende Schriftsprache eine Zweitsprache darstellt. Für diese Zielgruppe sind zusätzlich untertitelte mediale Angebote sowie eine Verfügbarkeit der Inhalte in Deutscher Gebärdensprache unabdingbar. Für junge Menschen mit Sehbehinderung und Blindheit ist eine Audiodeskription oder eine integrierte Vorlesefunktion im Bildungsmedium von zentraler Bedeutung (Bosse & Hasebrink, 2016). Zusätzlich sollte die Gestaltung der Bildungsmedien die Vielfalt menschlicher Lebensrealitäten sowie die Lebenswelt junger Menschen mit Behinderung adäquat widerspiegeln. Darüber hinaus ist es bedeutsam, dass Bildungsmedien auf einer inhaltlichen Ebene geschlechtsspezifische Stereotype im Kontext von Sexualität kritisch thematisieren und Reflexionsprozesse anregen. Eine diversitätssensible Gestaltung der Inhalte kann nicht nur eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt anregen, sondern bildet auch die Grundlage für eine diskriminierungsarme Bildungsarbeit (Brandl et al., 2018).

Ziele des Projekts

Das Transferprojekt »Bildungsmedien zur sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt für junge Menschen mit Behinderung« verfolgt das Ziel, bestehende Bildungsmedien aus Deutschland zu erfassen, systematisch zu analysieren und aufzubereiten sowie für die Praxis zugänglich zu machen. Im Rahmen des Projekts werden drei zentrale Zielsetzungen verfolgt: 

(1) Es sollen alle existierenden Bildungsmedien aus Deutschland unter spezifischen Ein- bzw. Ausschlusskriterien erfasst, 

(2) die Bildungsmedien (basierend auf aus der Theorie hergeleiteten Kriterien) systematisch analysiert und

(3) die Ergebnisse in einer digitalen Broschüre aufbereitet werden. 

Die digitale Broschüre soll Fachkräften und Lehrkräften eine Übersicht zu existierenden Bildungsmedien bieten, ihnen eine fundierte Einschätzung zur Eignung und Qualität der Materialien ermöglichen und damit die Verankerung von Inhalten zur Sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt im Unterricht erleichtern. 

Projektaufbau

Die digitale Broschüre gliedert sich in zwei zentrale Themenschwerpunkte: »Liebe und Sexualität« sowie »Prävention sexualisierter Gewalt«. Innerhalb dieser beiden Schwerpunkte erfolgt eine dreifache Differenzierung: Erstens wird eine kriteriengeleitete tabellarische Übersicht bereitgestellt, die wesentliche Merkmale der Bildungsmedien systematisch erfasst. Zweitens enthält die Übersicht Kurzbeschreibungen der einzelnen Bildungsmedien in Textform, um einen schnellen inhaltlichen Einblick zu ermöglichen. Drittens werden die Medien durch Visualisierungen in Form von Bildern ergänzt.

Für die Aufnahme in die Übersicht müssen die Bildungsmedien vier Einschlusskriterien erfüllen: Das Medium 

(1) … richtet sich an junge Menschen mit Behinderung bzw. ist explizit für den Einsatz in inklusiven Bildungs-Settings entwickelt worden,

(2) … ist in deutscher Sprache und/oder in Deutscher Gebärdensprache verfügbar, 

(3) … ist aktuell (das bedeutet: Printmedien müssen ab dem Jahr 2015 publiziert worden sein, digitale Bildungsmedien ab dem Jahr 2020),

(4) … ist wissenschaftlich fundiert und reproduziert keine Mythen zu Sexualität oder sexualisierter Gewalt. 

Die tabellarische Übersicht strukturiert die Bildungsmedien anhand verschiedener Kriterien. Dazu gehört die Unterscheidung in Print- oder Online-Medien, die spezifische Medienart sowie die Frage der freien Zugänglichkeit. Zudem werden die verfügbaren Sprachen, die Zielgruppe, die thematischen Inhalte und die Barrierefreiheit der jeweiligen Medien erfasst. 

Fußnote

1 Unter einer Behinderung werden der Prozess sowie das Ergebnis negativer Wechselwirkungen von funktionalen Beeinträchtigungen und sozialen Kontextfaktoren verstanden (Wansing, 2012). Demnach ist eine Behinderung nicht als rein individuelles Merkmal zu verstehen, sondern entsteht erst durch das Zusammenspiel von z. B. körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen mit erschwerenden Umweltbedingungen und gesellschaftlichen Barrieren. Diese Barrieren können sowohl physischer Natur sein (wie z. B. fehlende Rampen oder unzugängliche Gebäude) als auch sozialer Art (wie z. B. vorurteilsbehaftete Einstellungen oder ausgrenzende Strukturen im Bildungs-, Versorgungs- und Hilfesystem).

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Avemarie, L., Oberleiter, D., Hartmann, E., Schott, M., & Urbann, K. (2023). Digitale sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Taubheit/Hörbehinderung. FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung: Informationsdienst der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2, 40–47. https://doi.org/10.17623/BZgA_SRH:forum_2023-2_beitrag_digitale-sexu-gewalt

Bosse, I., & Hasebrink, U. (2016). Mediennutzung von Menschen mit Behinderung. Forschungsbericht. https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/die_medienanstalten/Forschung/Mediennutzung_Behinderungen/Studie-Mediennutzung_Menschen_mit_Behinderungen_Langfassung.pdf

Brandl, S. Y., Vogelsang, V., Bäumer, E., & Schneider, N. (2018). Kriterien- und Reflexionsleitfaden – zur Auswahl und Nutzung von Präventionsmaterialien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegen sexualisierte Gewalt.

Cardoso, J., Sousa, S.C., & Almeida, T.C. (2025). Sexual Violence Against Children and Youth with Disabilities: A Systematic Review. Journal of Child & Adolescent Trauma. https://doi.org/10.1007/s40653-024-00679-6

Chodan, W., Häßler, F., & Reis, O. (2021). Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen: Erweiterter Forschungsstand seit 2014 und praktische Konsequenzen. Zeitschrift für Sexualforschung, 34(3), 137–151. https://doi.org/10.1055/a-1553-0435

Drinck, B., Voß, H.-J., Ebenbeck, A., Khamis, C., Lache, L., Meyer, A. T., Urban, M., & Wienholz, S. (2020). Herzlich willkommen zur Abschlussveranstaltung von SeBiLe {PowerPoint-Folien}. Universität Leipzig. https://sebile.de/wp-content/uploads/2020/12/SeBiLe_Abschlusspraesentation.pdf

Easterbrooks, S. R., & Lederberg, A. R. (2021). Reading Fluency in Young Elementary School Age Deaf and Hard-of-Hearing Children. The Journal of Deaf Studies and Deaf Education, 26(1), 99–111. https://doi.org/10.1093/deafed/enaa024

Klebanov, B., Friedman-Hauser, G., Lusky-Weisrose, E., & Katz, C. (2023). Sexual Abuse of Children with Disabilities: Key Lessons and Future Directions Based on a Scoping Review. Trauma, Violence, & Abuse, 25(2), 1296–1314. https://doi.org/10.1177/15248380231179122

Michielsen, K., & Brockschmidt, L. (2021). Barriers to sexuality education for children and young people with disabilities in the WHO European region: a scoping review. Sex Education, 21(6), 674–692. https://doi.org/10.1080/14681811.2020.1851181

Ratz, C., & Selmayr A. (2021). Schriftsprachliche Kompetenzen. In: D. Baumann, W. Dworschak, M. Kroschewski, C. Ratz, A. Selmayr & M. Wayner (Hg.), Schülerschaft mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung II (SFGE II) (S. 117–134). wbv Athena.

Wansing, G. (2012). Der Inklusionsbegriff in der Behindertenrechtskonvention. In A. Welke (Hg.), UN-Behindertenrechtskonvention mit rechtlichen Erläuterungen (S. 93–103). Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge.

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Marike Dorhs ist Sonderpädagogin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sonderpädagogik – Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation einschließlich inklusiver Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen u. a. die Themen »Sexuelle Aufklärung und sexualisierte Gewalt im Kontext von Behinderung« und »Sozial-emotionale Entwicklung im Kontext von Taubheit/Hörbehinderung«.
Kontakt: marike.dorhs(at)edu.lmu.de 

Dr.in Katharina Urbann ist Sonderpädagogin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Gebärdensprach- und Audiopädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie forscht u. a. zu sexueller Aufklärung und sexualisierter Gewalt im Kontext von Taubheit/Hörbehinderung.
Kontakt: katharina.urbann(at)hu-berlin.de

Dr.in Laura Avemarie ist Professorin für Sonderpädagogik – Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation einschließlich inklusiver Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen u. a. die Themen »Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Taubheit/Hörbehinderung« und »Entwicklung und Förderung exekutiver Funktionen im Kontext von Taubheit/Hörbehinderung«.
Kontakt: laura.avemarie(at)edu.lmu.de

 

Alle Links und Autorenangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

Artikel der Gesamtausgabe

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