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Cover zu Jugendsexualität 2006
Studie

Jugendsexualität 2006

Repräsentative Wiederholungsbefragung von 14- bis 17-Jährigen und ihren Eltern

08/2005 - 11/2005
Bei der repräsentativen Wiederholungsbefragung in 2005 über Jugendsexualität waren einige der wichtigsten Ergebnisse u. a. die breite Kenntnispalette über Verhütungsmethoden unter den Jugendlichen, eine vermehrte Kondomempfehlung der Eltern gekoppelt an ein gestiegenes Vertrauensverhältnis zwischen den Jugendlichen und ihren Eltern sowie die zunehmende Berührung mit Sexualerziehungsthemen in der Schule. Parallel dazu wurden in einer Pilotuntersuchung auch jugendliche Migrantinnen und Migranten befragt.

Mitarbeitende

Auftraggeberin/Auftraggeber

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, jetzt BIÖG)

Zielgruppe / Stichprobe

14- bis 17-jährige Jugendliche und ihre Eltern
14- bis 17-jährige Jugendliche mit Migrationshintergrund

  • 2.497 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren und jeweils ein zugehöriger Elternteil
  • 750 Mädchen und 500 Jungen Ost
  • 750 Mädchen und 500 Jungen West
  • 2.497 zugehörige Eltern

Quotenstichprobe (Geschlecht, Alter, Bildung, Regionalkriterien)


Zusatzstichprobe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

  • 647 Jugendliche mit Migrationshintergrund
  • 385 Mädchen mit Migrationshintergrund, davon 299 mit ausländischer Staatsangehörigkeit
  • 289 Jungen mit Migrationshintergrund, davon 229 mit ausländischer Staatsangehörigkeit

Methodik / Forschungsdesign

Replikationsstudie zu fünf vorhergehenden Untersuchungen in den Jahren 1980, 1994, 1996, 1998 und 2001.

Methode
Quotaverfahren

Erhebungsform
Anwendung fand ein kombinierter mündlich-schriftlicher Fragebogen, um sowohl Jugendlichen als auch Eltern die Möglichkeit zu geben, die intimeren Fragen in einem getrennten Teil unbeobachtet beantworten zu können.

Inhalte
Fragenkomplexe zu den sechs Kernbereichen:

  • Sexualaufklärung und Beratung
  • Erfahrungen mit der eigenen Körperlichkeit
  • Erfahrungen im sexuellen Bereich
  • Kontrazeptionsverhalten
  • Schwangerschaft und Kinderwunsch
  • Sexuelle Gewalt

Ab der Untersuchung von 1994 liegen gesamtdeutsche Daten vor. Für 1980 handelt es sich um westdeutsche Ergebnisse.

Vorläuferstudien

Jugendsexualität 2001

Seit 25 Jahren analysiert die BZgA Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung: Die in der ersten Studie 1980 befragten jungen Menschen sind mittlerweile die Elterngeneration der heutigen Jugend. Die neueste Befragung - durchgeführt in 2005 - setzt die Trendmessungen fort: Befragt wurden auch diesmal Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern. Parallel dazu wurden diesmal in einer Pilotuntersuchung auch jugendliche Migrantinnen und Migranten befragt.

Bei der Studie handelt es sich um eine Replikationsstudie zu fünf vorangegangenen Untersuchungen in den Jahren 1980, 1994, 1996, 1998 und 2001 zu den Einstellungen und Verhaltensweisen Jugendlicher in Bezug auf Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Ziel der Erhebung war es, empirische Daten zu ermitteln, die zuverlässige Aussagen über Einstellung und Verhalten von Jugendlichen und ihren Eltern in der Bundesrepublik Deutschland in Fragen der Sexualität und Kontrazeption liefern.

Das methodische Grundkonzept blieb in allen Untersuchungen unverändert. Befragt wurde auch diesmal eine große Stichprobe von 2.497 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie ein Elternteil. Bei Mädchen sollte dies die Mutter, bei Jungen der Vater sein.

Die methodische Besonderheit liegt in der gleichzeitigen Befragung von Jugendlichen und einem Elternteil, so dass interfamiliäre Einflussfaktoren herausgearbeitet, Aussagen verglichen und Diskrepanzen aufgezeigt werden können.
Aufklärung und Sexualverhalten von jugendlichen Migrantinnen und Migranten

Parallel zu der bundesweit repräsentativen deutschen Trendstudie wurden in einer Pilotuntersuchung Jugendliche mit Migrationshintergrund befragt. Das methodische Grundkonzept entsprach dabei weitgehend der deutschen Studienanlage: Befragt wurden Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren. Allerdings wurde bei der Befragung der Jugendlichen ausländischer Herkunft auf die gleichzeitige Befragung eines Elternteils verzichtet. Auch Jugendliche, die nicht mehr bei ihren Eltern leben, wurden in die Stichprobe einbezogen, um ein möglichst repräsentatives Abbild der Gesamtheit der Jugendlichen zu erreichen (Ausnahme: Jugendliche in Heimen).

Die Größe der Zusatzstichprobe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund war gemäß der anderen Zielsetzung dieses Untersuchungsteils – erste Einblicke über die Sexualaufklärung und das Sexualverhalten ausländischer Jugendlicher zu gewinnen – und der zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Realisierung geringer angesetzt. Insgesamt sollte die Stichprobe n = 500 Interviews umfassen. Befragt werden sollten 300 weibliche und 200 männliche Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit (Kriterium zur Zielpersonenbestimmung), tatsächlich interviewt wurden letztlich 299 Mädchen und 229 Jungen.

Als Methode zur Auswahl der Zielpersonen wurde das Quota-Verfahren gewählt. Die statistischen Grundlagen für die vorgegebene Quotierung nach Alter, Geschlecht und Nationalität der Jugendlichen entstammen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes (Ausländerzentralregister). Die grobe regionale Streuung wurde über den Interviewereinsatz gesteuert. Um aber darüber hinaus auch diejenigen Jugendlichen einzubeziehen, die nicht in den Ausländerstatistiken auftauchen, aber gleichwohl einen (partiellen) Migrationshintergrund haben, wurden im Nachhinein aufgrund der Antworten zur Demographie aus den deutschen Stichproben Jugendliche mit (mindestens) einem Elternteil ausländischer Nationalität selektiert und in die Stichproben der Jugendlichen mit Migrationshintergrund integriert, auch wenn sie selbst die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Damit erhöhte sich die Zahl der Jugendlichen noch einmal deutlich: Die Ergebnisse der vorgelegten Studie basieren auf insgesamt 674 Interviews.

Jugendsexualität 2006

Inhaltsverzeichnis

„Jugendsexualität“ ist ein weiter Begriff. Welche Themen werden (nicht) in der Befragung berücksichtigt?

Die Befragung der jungen Menschen erfolgt im Rahmen des gesetzlichen Auftrags des BIÖG zur Prävention ungewollter Schwangerschaften (§1 SchKG). Das BIÖG hat die gesetzliche Aufgabe, Informationen und Angebote der Sexualaufklärung bzw. Sexuellen Bildung für verschiedene Ziel- und Altersgruppen zu entwickeln und bundesweit kostenfrei bereitzustellen. Für die Wirkung und Qualität dieser Angebote ist es wichtig, dass sie auf verlässlichen Daten beruhen. Die Jugendsexualitätsstudie liefert seit 1980 regelmäßig repräsentative Daten zu den Einstellungen und dem Verhalten von 14- bis 25-Jährigen in Bezug auf Sexualität, Verhütung und Sexualaufklärung.

Der Fokus der Studie liegt daher auf folgenden Themen:

  • Erste sexuelle Kontakte
  • Verhütung
  • Sexualaufklärung in Schule, Elternhaus und Internet
  • Gesundheitskommunikation und -information
  • Beratung 
  • Sexualisierte Gewalterfahrungen

Nicht Bestandteil der Befragung sind Themen wie der Konsum von Pornografie oder konkrete sexuelle Praktiken Warum werden vor allem Ergebnisse zu Erfahrungen mit heterosexuellem Sex berichtet?

Inwiefern sind Trendvergleiche über die verschiedenen Wellen der Studienreihe möglich?

Vergleiche zwischen den Erhebungswellen bis zurück ins Jahr 1980 (1. Welle) sind nur eingeschränkt möglich. Das liegt an Änderungen in der Stichprobenanlage:

Durchgängige Zeitreihen seit 1980 gibt es daher nur für Jugendliche ohne Migrationshintergrund bzw. bis 2009 für Jugendliche mit deutscher Staatsangehörigkeit. Seit 2014 (8. Welle) basiert die Stichprobenziehung auf drei Merkmalen: Geschlecht, Altersgruppe und kulturelle Herkunft. Zeitvergleiche für diese drei Gruppen sind ab 2014 möglich. 

Da über die verschiedenen Erhebungswellen hinweg der Fragebogen an einzelnen Stellen angepasst wurde, sind auch deshalb Zeitvergleiche teils nur eingeschränkt möglich. Bei der Darstellung von Ergebnissen werden Veränderungen im Fragebogen immer kenntlich gemacht.

Ist die Studie repräsentativ? Wie werden die Befragten ausgewählt?

Die Studie ist als repräsentative Wiederholungsbefragung angelegt. Die Erhebung erfolgt seit jeher nach dem Quotenverfahren, bei dem geschulte Interviewerinnen und Interviewer gezielt Personen mit bestimmten Merkmalen (Geschlecht, Alter, Wohnregion, Herkunft, Bildung) in ihrem persönlichen Umfeld suchen. Wie wird Migrationshintergrund in der Studie definiert? Wie wird Bildungshintergrund in der Studie definiert? Von einer repräsentativen Befragung spricht man, wenn die Stichprobe genauso zusammengesetzt ist wie die Gesamtbevölkerung, über die Aussagen getroffen werden sollen. Bei der Studie zur Jugendsexualität wird dies durch ein Quotengerüst auf Basis der amtlichen Statistik erreicht.

Wie hoch ist die Ausschöpfungsquote?

Aufgrund des Auswahlverfahrens können keine Aussagen zur Stichprobenausschöpfung (Anteil aller erfolgreichen Interviews an allen kontaktierten Personen) getroffen werden. Ist die Studie repräsentativ? Wie werden die Befragten ausgewählt? Systematisch erfasst werden jedoch abgebrochene oder unvollständig ausgefüllte Fragebögen.

Liegt ein Ethikvotum für die Studie vor?

Die Befragung der jungen Menschen in der zehnten Erhebungswelle 2025 wurde von der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) geprüft und genehmigt (Ethikvotum vom 05.11.2024). Vor Beginn des Interviews werden die Jugendlichen, ihre Erziehungsberechtigten sowie die jungen Erwachsenen mündlich und schriftlich über die Ziele und den Ablauf der Studie sowie über datenschutzrelevante Aspekte informiert. Wie wird der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet? Die Teilnahme ist freiwillig und erfordert die schriftliche Einwilligung aller Befragten. Bei Minderjährigen ist zusätzlich die Zustimmung einer sorgeberechtigten Person notwendig. Nach der Befragung erhalten die Teilnehmenden Hinweise auf überregionale Hilfsangebote sowie entsprechendes Informationsmaterial. Wie läuft das Interview mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab?

Wie wird der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet?

Alle geltenden Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen der europäischen Datenschutzgrundverordnung EU-DSGVO sowie der weiteren einschlägigen nationalen Bestimmungen werden eingehalten. Die Interviewerinnen und Interviewer werden vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Im Vorfeld der Interviews erhalten alle Befragten mündliche und schriftliche Informationen zur Studie und zum Datenschutz und unterzeichnen die Einwilligungserklärung. Bei Minderjährigen wird zusätzlich die Erlaubnis durch die gesetzlichen Vertreterinnen und Vertreter eingeholt. Die Interviewerinnen und Interviewer bestätigen durch ihre Unterschrift ebenfalls die Einhaltung des Datenschutzes. Personenbezogene Daten (wie etwa Namen und Adressdaten zur Terminabstimmung) werden getrennt von den Befragungsdaten erfasst. Die Daten werden durch geeignete technisch-organisatorische Maßnahmen vor unbefugtem Zugriff geschützt. Nach Projektende werden alle personenbezogenen Daten automatisch gelöscht. Liegt ein Ethikvotum für die Studie vor?

Welche Altersgruppen lassen sich unterscheiden?

In der Studie werden junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren befragt. Dabei werden zwei Altersgruppen unterschieden: Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren. Je nach Fragestellung werden auch kleinere Altersgruppen oder einzelne Jahrgänge betrachtet. Manche Fragen im Fragebogen werden nur einer der beiden Altersgruppen gestellt. So richten sich zum Beispiel Fragen zur Sexualaufklärung ausschließlich an die 14- bis 17-Jährigen, da (schulische/elterliche) Sexualaufklärung überwiegend in diesem Lebensabschnitt stattfindet. 

Wie läuft das Interview mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ab?

Die Befragung umfasst sowohl mündliche als auch schriftliche Teile und wird von geschulten Interviewerinnen und Interviewern im Haushalt der jungen Menschen durchgeführt. Vor Beginn werden die Jugendlichen, ihre Sorgeberechtigten sowie die jungen Erwachsenen mündlich und schriftlich über die Ziele, den Ablauf der Studie und datenschutzrelevante Aspekte informiert. Liegt ein Ethikvotum für die Studie vor? Wie wird der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet? Ein Teil des Fragebogens wird in einem persönlichen Interview bearbeitet. Sensiblere Themen, wie erste sexuelle Kontakte oder Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, beantworten die Teilnehmenden selbstständig am Tablet in einem Selbstausfüllerteil. Bei Verständnisfragen können sie sich jederzeit an die interviewende Person wenden. Die Interviewerinnen und Interviewer sind angewiesen, die Gespräche ohne Anwesenheit anderer Personen (auch der Sorgeberechtigten) durchzuführen, um eine Beeinflussung der Antworten zu vermeiden. Für die Teilnahme erhalten alle Befragten eine Aufwandsentschädigung zwischen 10 und 20 Euro, abhängig von der jeweiligen Feldsituation und dem Interviewtyp.

Wie wird Migrationshintergrund in der Studie definiert?

Auf Basis der Definition des Statistischen Bundesamts hat eine Person einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde und nach Deutschland eingewandert ist oder bei der Geburt eine ausländische Staatangehörigkeit besaß. Der Migrationshintergrund wird in der Auswertung dann berücksichtigt, wenn sich Unterschiede zwischen Befragten mit und ohne Migrationshintergrund zeigen. 

Definition des Statistischen Bundesamts 

Wie wird Bildungshintergrund in der Studie definiert?

Für die Auswertung werden die unterschiedlichen Bildungswege und -abschlüsse in drei Gruppen eingeteilt: „einfach“, „mittel“ und „hoch“. Die Zuordnung erfolgt je nach Alter der Befragten anhand der aktuell besuchten Schulform, des Jahrgangs sowie des erreichten oder angestrebten Schulabschlusses. Zur Gruppe mit einfacher formaler Bildung gehören Personen, die eine Haupt-, Förder-, Sonder- oder eine Berufsschule mit dem Ziel eines Hauptschulabschlusses besuchen oder besucht haben. Die mittlere Bildungsstufe umfasst Personen, die eine Realschule oder eine vergleichbare Schulform besuchen, sowie Personen mit angestrebter oder bereits erworbener mittlerer Reife. Zur Gruppe mit hohem Bildungshintergrund zählen Personen, die ein Gymnasium oder eine vergleichbare Schulform besuchen sowie Personen, die das Abitur oder die (Fach-)Hochschulreife anstreben oder bereits erworben haben.

Warum gibt es keine Ergebnisse für junge Menschen mit einer anderen Geschlechtsidentität als weiblich oder männlich?

Zur Erfassung des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts sowie des Geschlechts, mit dem sich die befragten Personen identifizieren, wurde sich in der aktuellen 10. Befragungswelle an dem DIVERGesTOOl Toolbox der Universität Bremen orientiert. Aufgrund der geringen Fallzahl von Befragten, die sich mit einem anderen Geschlecht als weiblich oder männlich identifizieren (2025: n = 43 Personen), und dem Fehlen amtlicher Referenzstatistiken zum Erhebungszeitpunkt können aktuell keine belastbaren Teilanalysen erfolgen. Um diese Forschungslücke zu schließen, fördert das BIÖG unterschiedliche explorative Studien, die explizit die Erfahrungen queerer Jugendlicher und junger Erwachsener in den Blick nehmen. Hierzu zählt unter anderem das Forschungsprojekt der Hochschule Merseburg zur Jugendsexualität und Sexualaufklärung von LSBTIQ* Personen.

DIVERGesTOOl Toolbox der Universität Bremen

Warum werden vor allem Ergebnisse zu Erfahrungen mit heterosexuellem Sex berichtet?

Die Studie wird im Rahmen des gesetzlichen Auftrags des BIÖG zur Prävention ungewollter Schwangerschaften (§ 1 SchKG) durchgeführt. Welche Themen werden (nicht) in der Befragung der jungen Menschen berücksichtigt? Daraus ergibt sich der Schwerpunkt auf die Erfahrungen junger Menschen mit heterosexuellem Sex. Auch homo- und bisexuelle Erfahrungen werden erfasst, jedoch weniger ausführlich. Das BIÖG fördert unterschiedliche explorative Studien wie unter anderem ein Forschungsprojekt der Hochschule Merseburg, um die Erfahrungen queerer Jugendliche und junger Erwachsener abzubilden. 

Warum wird nicht das Durchschnittsalter beim ersten Sex angegeben?

Auf die Angabe eines Durchschnittsalters beim ersten Sex wird verzichtet, da diese Kennzahl nur eingeschränkt aussagekräftig ist. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten viele Teilnehmende noch keine sexuellen Kontakte, sodass ein Durchschnittswert schwer zu interpretieren wäre. Er könnte irreführend sein, wenn nicht berücksichtigt wird, dass er sich nur auf Personen bezieht, die bereits ihren ersten Sex hatten. Zudem kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich alle Befragten an ihr genaues Alter beim ersten Sex erinnern. Aussagekräftiger ist daher der Anteil der Befragten, die ihren ersten Sex erlebt haben, differenziert nach Altersgruppen (14 bis 25 Jahre).

Wie werden die Erfahrungen junger Menschen mit sexualisierter Gewalt erfasst?

Der Themenbereich sexualisierte Gewalt wird seit 2001 erfasst. Zu Beginn lag der Fokus ausschließlich auf sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt. In den Erhebungswellen 2019 und 2025 wurde der Fragebogenteil umfassend überarbeitet und erweitert, auch auf Grundlage eines etablierten Instruments (Maschke & Stecher 2018). Erfasst werden sexualisierte Gewalterfahrungen mit Körperkontakt (z. B. Berührungen gegen den eigenen Willen) sowie ohne Körperkontakt (z. B. exhibitionistisches Verhalten). Zur ersten Gewalterfahrung mit Körperkontakt werden außerdem Angaben zu den ausübenden Personen erhoben, darunter Anzahl, Alter und Geschlecht, sowie zur Offenlegung des Erlebten (Disclosure-Prozess). Zudem wird die Perspektive von Bystandern berücksichtigt, also von Dritten, die vor, während oder nach einer (sich anbahnenden) Übergriffsituation anwesend 

Kann ich den Datensatz auch nutzen?

Die im Rahmen der Studie erhobenen Daten werden veröffentlicht, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Daten aus den Erhebungswellen 2001, 2006, 2010 und 2015 sind über GESIS (Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) verfügbar. Zeitnah wird auch der Datensatz aus 2019 dort bereitgestellt. Wo finde ich Ergebnisse der Studie?

GESIS (Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften

Wo finde ich Ergebnisse der Studie?

Eine Übersicht zu Ergebnissen und Veröffentlichungen der verschiedenen Erhebungswellen findet sich auf unserem Forschungskanal. Ausgewählte Ergebnisse der aktuellen zehnten Befragungswelle 2025 sind im Short Report veröffentlicht. Alle dort enthaltenen Grafiken stehen auch zum Download bereit und können unter anderem für Fortbildungen oder Workshops genutzt werden. 

Zur zehnten Welle 2025 sind bislang folgende Artikel Open Access verfügbar: 

  • Scharmanski, S., & Dinger, L. (2026). Sexual- und Verhütungsverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Wiederholungsbefragung Jugendsexualität. Bundesgesundheitsblatt, 4, S. 391–399. https://doi.org/10.1007/s00103-026-04203-z  
  • Dinger, L., Schäfer-Pels, A., & Scharmanski, S. (2026). Sexualisierte Gewalterfahrungen, Bystander-Perspektiven und Disclosure junger Menschen. Ergebnisse aus der 10. Welle der Jugendsexualitätsstudie. Bundesgesundheitsblatt, 4, S. 434–443. https://doi.org/10.1007/s00103-026-04212-y   
  • Scharmanski, S., & Dinger, L. (2025). Die Bystander-Perspektive bei sexualisierter Gewalt in der Jugendsexualitätsstudie. FORUM Sexualaufklärung und Familienplanung: Informationsdienst des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), 1, S. 134–136. https://doi.org/10.17623/BIOEG_SRH:forum_2025-1_juse-bystander  

Es werden kontinuierlich weitere Analysen und Veröffentlichungen bereitgestellt. In den nächsten Monaten folgen vertiefende Auswertungen zu Themen wie sexualisierte Gewalterfahrungen, sexuelle Orientierung, der Besuch von Beratungsstellen bzw. gynäkologischen Praxen und dem soziokulturellen Einfluss u. a. auf das Sexual-, Verhütungs- und Informationsverhalten junger Menschen.

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