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Das Bild zeigt den Schriftzug Die nächste Generation
Studie

Die nächste Generation

Aufwachsen mit Eltern, die in Kindheit und Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben

03/2026 - 05/2028
Was bedeutet es, mit Eltern aufzuwachsen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlebt haben? Das Forschungsprojekt „Die nächste Generation“ untersucht aus der Perspektive inzwischen erwachsener Kinder, welche Bedeutung die Erfahrungen und möglichen Belastungen ihrer Eltern für das eigene Aufwachsen und Leben hatten. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe als auch auf Ressourcen und Bewältigungsstrategien.

Projektbeteiligte

Projektleitung

Prof. Dr. Barbara Kavemann

Wissenschaftliche Mitarbeit

Bianca Nagel (M.A.)

Dr. Rebecca Gulowski

Forschungseinrichtung

Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen (SoFFI-Berlin) 

Kooperation 

Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), München

Projektförderung

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Erhebungszeitraum

Explorative Interviews und anschließende Online-Befragung im Projektverlauf (2026–2027) 

Zielgruppe / Stichprobe

  • Erwachsene ab 18 Jahren, die mit mindestens einem Elternteil aufgewachsen sind, das in Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erlebt hat.
     
  • ca. 10 qualitative Interviews mit anschließender bundesweiter Online-Befragung, die auf Grundlage der inhaltsanalytischen Auswertung der Interviews entwickelt wird.

Forschungsziele

  • Untersuchung der Lebensrealitäten, Belastungen, Ressourcen und Unterstützungsbedarfe der nächsten Generation sowie 
  • Ableitung von Empfehlungen für Prävention, Beratung und Aufarbeitung
     
  • Vorläufige Forschungsfragen sind unter anderem:
    • Welche Rolle spielte die Betroffenheit der Eltern bzw. eines Elternteils für das eigene Aufwachsen?
    • Welche Rolle spielt(e) die Betroffenheit der Eltern bzw. eines Elternteils für das weitere Leben?
    • Welches Handeln oder Verhalten der Eltern bzw. des Elternteils wurden in Zusammenhang mit deren Gewalterleben gebracht? Und wie wird es heute gesehen?
    • Welches eigene Handeln oder Verhalten wurde in Zusammenhang mit der Betroffenheit der Eltern gebracht? Und wie wird es heute gesehen?
    • Wie wurde bzw. wird der Umgang der Eltern bzw. des Elternteils mit der Betroffenheit erlebt?

Methodik / Forschungsdesign

Partizipatives Mixed-Methods-Design mit problemzentrierten Interviews, Online-Fragebogen sowie qualitativer und quantitativer Auswertung; begleitet durch eine Co-Forschungsgruppe und einen wissenschaftlichen Beirat. 

 

Für die Studie liegt ein positives Ethikvotum der Alice Salomon Hochschule vor.

Vorläuferstudien

Die Vorläuferstudie wurde von August 2022 bis Oktober 2024 im Kontext der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs durchgeführt.

Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend kann die Betroffenen ein Leben lang begleiten auch ihr späteres Familienleben beeinflussen. Bislang ist jedoch kaum erforscht, wie Kinder und junge Erwachsene das Aufwachsen mit Eltern erleben, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erfahren haben. Die Studie „Die nächste Generation“ schließt diese Forschungslücke und untersucht erstmals systematisch die Perspektive der nächsten Generation. 

Aktuelle Erhebung

Die Studie schließt an das Forschungsprojekt „Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend“ an. Während dort die Perspektive der betroffenen Eltern im Mittelpunkt stand, werden die bisherigen Erkenntnisse nun um die Sicht ihrer erwachsenen Kinder ergänzt. Untersucht wird, welche Rolle die Erfahrungen und möglichen psychischen Belastungen der Eltern für das Aufwachsen und den weiteren Lebensverlauf ihrer Kinder spielten. Dabei geht es nicht nur um Herausforderungen und Belastungen, sondern ebenso um Ressourcen, Bewältigungsstrategien und unterstützende Erfahrungen.

Das Forschungsprojekt verbindet qualitative Interviews mit einer bundesweiten Onlinebefragung. Eine Co-Forschungsgruppe aus Personen, die selbst zur untersuchten Generation gehören, begleitet die Entwicklung der Forschungsfragen und Erhebungsinstrumente sowie die Einordnung der Ergebnisse. Zusätzlich wird das Projekt durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt.

Relevanz des Forschungsprojekts

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für betroffene Familien bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Gleichzeitig liefert das Projekt neue Erkenntnisse zu generationenübergreifenden Folgen sexueller Gewalt und stärkt die wissenschaftliche Grundlage für Aufarbeitung, Prävention und Fachpraxis. Durch den partizipativen Forschungsansatz werden die Erfahrungen der Zielgruppe von Beginn an in die Entwicklung der Forschungsfragen und die Interpretation der Ergebnisse einbezogen. 

Webseite des Forschungsprojekts: https://forschung-naechste-generation.de/ 

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