Sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend kann die Betroffenen ein Leben lang begleiten auch ihr späteres Familienleben beeinflussen. Bislang ist jedoch kaum erforscht, wie Kinder und junge Erwachsene das Aufwachsen mit Eltern erleben, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt erfahren haben. Die Studie „Die nächste Generation“ schließt diese Forschungslücke und untersucht erstmals systematisch die Perspektive der nächsten Generation.
Aktuelle Erhebung
Die Studie schließt an das Forschungsprojekt „Elternschaft nach sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend“ an. Während dort die Perspektive der betroffenen Eltern im Mittelpunkt stand, werden die bisherigen Erkenntnisse nun um die Sicht ihrer erwachsenen Kinder ergänzt. Untersucht wird, welche Rolle die Erfahrungen und möglichen psychischen Belastungen der Eltern für das Aufwachsen und den weiteren Lebensverlauf ihrer Kinder spielten. Dabei geht es nicht nur um Herausforderungen und Belastungen, sondern ebenso um Ressourcen, Bewältigungsstrategien und unterstützende Erfahrungen.
Das Forschungsprojekt verbindet qualitative Interviews mit einer bundesweiten Onlinebefragung. Eine Co-Forschungsgruppe aus Personen, die selbst zur untersuchten Generation gehören, begleitet die Entwicklung der Forschungsfragen und Erhebungsinstrumente sowie die Einordnung der Ergebnisse. Zusätzlich wird das Projekt durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt.
Relevanz des Forschungsprojekts
Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote für betroffene Familien bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Gleichzeitig liefert das Projekt neue Erkenntnisse zu generationenübergreifenden Folgen sexueller Gewalt und stärkt die wissenschaftliche Grundlage für Aufarbeitung, Prävention und Fachpraxis. Durch den partizipativen Forschungsansatz werden die Erfahrungen der Zielgruppe von Beginn an in die Entwicklung der Forschungsfragen und die Interpretation der Ergebnisse einbezogen.
Webseite des Forschungsprojekts: https://forschung-naechste-generation.de/