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FORUM 1–2025

Die »ViContact«-Trainings: Gesprächsführung mit Kindern bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

Elsa Gewehr , Simone Pülschen , Informationen zu den Autorinnen/Autoren
Die »ViContact«-Trainingsprogramme bereiten Fachkräfte auf sensible Gespräche mit Kindern bei Missbrauchsverdacht vor. In virtuellen Simulationen trainieren sie einfühlsame Kommunikation – mit nachweisbar besseren Ergebnissen und mehr Sicherheit im Umgang mit Verdachtsfällen. Dieser Beitrag stellt das innovative Virtual-Reality (VR)-gestützte interaktive Angebot vor.

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Die »ViContact«-Trainingsprogramme bereiten Fachkräfte auf Gespräche mit Kindern zur Abklärung eines Missbrauchs- oder Misshandlungsverdachts vor. Durch eine Kombination aus Wissensvermittlung und praktischem Gesprächstraining in einer interaktiven Virtual-Reality (VR)-Simulation lernen Teilnehmende, einfühlsam und ergebnisoffen mit Kindern zu kommunizieren. Evaluationen der Trainingskomponenten zeigen eine deutliche Verbesserung der Gesprächsführungskompetenz und der Selbstwirksamkeit im Umgang mit Verdachtsfällen. Durch die Schulung von Fachkräften unterschiedlicher Berufsgruppen können die »ViContact«-Trainings einen effektiven Beitrag zu Verbesserung des Kinderschutzes leisten.

Gespräche mit Kindern sind zentrale Elemente in der Aufklärung möglicher Kindeswohlgefährdungen. Sie werden in verschiedensten Kontexten durch Fachkräfte diverser Professionen geführt – Lehrkräfte und Sozialarbeitende, Sozial- und Sonderpädagog*innen1, Psycholog*innen, Ärzte, Ärztinnen oder Mitarbeitende des Justizsystems (Polizei, Staatsanwaltschaft, Gericht) sprechen mit Kindern und fragen sie nach möglichen Belastungen oder nach den Hintergründen für auffälliges Verhalten. Gerade in der Schule, in sozialen Einrichtungen oder in Einrichtungen des Kinderschutzes sind Fachkräfte als Bezugspersonen außerhalb der Familie oft die ersten, die wahrnehmen, wenn sich ein Kind verändert – wenn es sich zurückzieht, ungewöhnlich still oder traurig wirkt oder schulische Leistungen plötzlich nachlassen. Sie spielen damit eine zentrale Rolle in der Früherkennung von Belastungen und bei dem Einleiten von Hilfemaßnahmen. 

Da Verhaltensauffälligkeiten viele Ursachen haben können – von alltäglichen Sorgen bis hin zu ernsthaften Gefährdungen – manche Kinder aber gehemmt sind, von Belastungen zu berichten, ist in diesen Situationen eine einfühlsame, aber zugleich ergebnisoffene Gesprächsführung entscheidend. Nur so können Kinder gestärkt, frei und unbeeinflusst von ihren Erlebnissen berichten (Korkman et al., 2024; Niehaus et al., 2017; Volbert, 2015). Dies stellt für viele Fachkräfte eine große Herausforderung dar. Sie werden für diese Art von Gesprächen oft nicht geschult und berichten in Umfragen, sich unvorbereitet und wenig selbstwirksam zu fühlen und derlei Gespräche sogar eher zu vermeiden (Greytak, 2009; Kindler, 2014). 

Die »ViContact«-Trainingsprogramme

Die »ViContact«-Trainingsprogramme wurden entwickelt, um Lehrkräfte und Fachkräfte im Kinderschutz gezielt auf Gespräche mit potenziell belasteten Kindern vorzubereiten. Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Gesprächsführung im Verdachtsfall und setzen auf einen praxisnahen, handlungsorientierten Ansatz. Das Besondere an »ViContact« ist die Kombination aus einer Schulung mit theoretischer Wissensvermittlung und vielfältigen Übungen mit einer praktischen Trainingskomponente in einer interaktiven Virtual-Reality (VR)-Gesprächssimulation. Dadurch werden die Teilnehmenden nicht nur inhaltlich geschult, sondern haben auch die Möglichkeit, das Gelernte in realitätsnahen Szenarien anzuwenden und direktes Feedback zu erhalten.

Die inhaltliche Schulung wurde dem Blended-Learning-Ansatz folgend modular konzipiert und kann – je nach Berufsgruppe – online oder in Präsenz, als zweitägiges Blockseminar oder in kleineren Zeiteinheiten oder in eigener Zeiteinteilung in Form eines E-Learnings durchlaufen werden. Die Teilnehmenden setzen sich jeweils mit den wissenschaftlich fundierten Grundlagen der Gesprächsführung auseinander und lernen, wie sie einfühlsame, aber ergebnisoffene Gespräche führen und dabei die Offenbarungsbereitschaft der Kinder fördern können, ohne sie suggestiv zu beeinflussen. Sie üben, angemessene Fragen zu formulieren, und sehen Demonstrationsvideos zu guter Gesprächsführung an. Zusätzlich können, je nach Zielgruppe, Grundlagen zum Phänomen sexuellen Kindesmissbrauchs, zu rechtlichen Rahmenbedingungen oder zur Gesprächsdokumentation vermittelt werden. Für Teilnehmende des E-Learning-Programms findet zusätzlich ein Präsenztermin zur gemeinsamen Diskussion und Vertiefung der gelernten Inhalte statt. Alle Teilnehmenden erhalten abschließend einen praktischen Leitfaden zur Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von Gesprächen, der sie später in der Praxis unterstützen kann.

Im anschließenden Virtual-Reality-Training (siehe Abbildung 1) können Teilnehmende das Erlernte in einer geschützten Umgebung praktisch erproben, von eigenen Fehlern lernen und so ihre Gesprächsführung verbessern. Hierfür wurde ein dreidimensionales virtuelles Klassenzimmer entwickelt, in dem die Teilnehmenden sich über eine VR-Brille in der Rolle der Lehrkraft befinden und mit virtuellen Kindern interagieren, die in ihrem Verhalten zehnjährigen Kindern nachempfunden sind. Die virtuellen Kinder verfügen über programmierte Gedächtnisinhalte, die sowohl alltägliche Erlebnisse als auch potenziell belastende Erfahrungen umfassen – darunter auch sexueller Missbrauch und andere Formen von Kindeswohlgefährdung. Das Berichtsverhalten der virtuellen Kinder hängt von der Gesprächsführung der Teilnehmenden ab: Unterstützende, offene Fragen fördern die Bereitschaft zur Offenbarung belastender Erlebnisse, während geschlossene oder suggestive Fragen eher zu Rückzug, unklaren Aussagen oder einer Bejahungstendenz führen. Auch die verschiedenen Konstellationen, in denen es in der Praxis zu derartigen Gesprächen mit Kindern kommt, sind im VR-Training abgebildet: Während die virtuellen Kinder teilweise auf die Teilnehmenden zukommen, um ihnen von etwas zu berichten, müssen die Teilnehmenden andere Gespräche selbst initiieren. Nach jedem Gespräch erhalten die Teilnehmenden ein automatisiertes individuelles Feedback, das ihnen helfen kann, ihre Gesprächsführung von Gespräch zu Gespräch zu verbessern. Das VR-Gesprächstraining kann außerdem um ein Modul zum Üben der Gesprächsdokumentation ergänzt werden. 

Die Entwicklung der »ViContact«-Trainings erfolgte in zwei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekten der Psychologischen Hochschule Berlin (Leitung: Prof. Dr. Renate Volbert), der Europa Universität Flensburg (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Simone Pülschen) und der Georg-August-Universität Göttingen (Leitung: Prof. Dr. Jürgen Müller).

»ViContact« für Lehramtsstudierende und Lehrkräfte

Das »ViContact«-Training für Lehramtsstudierende und Lehrkräfte besteht aus einer Schulung in Seminarform, die online oder als Präsenzseminar abgehalten werden kann, sowie aus dem Virtual-Reality-Training. Das Seminar kann im Blockformat (zweimal sechs Zeitstunden) oder modular (viermal drei Stunden) angeboten werden. Da sowohl unter Lehramtsstudierenden (zumeist auf Grund einer Tätigkeit als Vertretungslehrkraft oder im Rahmen von Praktika) als auch unter Lehrkräften unterschiedliche Vorerfahrungen mit Fällen sexueller Gewalt vorliegen, greifen Reflexionsfragen während des Trainings das unterschiedliche Vorwissen auf. Beide Formate sind daher für beide Zielgruppen geeignet und können – je nach Rahmenbedingungen – flexibel eingesetzt werden. Für die Durchführung des Seminars wurde neben Foliensätzen, Arbeitsblättern und Demonstrationsvideos auch ein Handbuch entwickelt, in dem zusätzlich zu den wissensbasierten Texten Durchführungsempfehlungen für Trainerinnen und Trainer enthalten sind. Im Anschluss an das Seminar erproben die Teilnehmenden ihre Kompetenzen in der virtuellen Gesprächssimulation. Dort soll gezieltes Feedback zu einer weiteren Verbesserung beitragen und die Selbstwirksamkeit steigern.

Evaluationsstudie

Die Wirksamkeit des »ViContact«-Trainings für Lehramtsstudierende wurde umfassend evaluiert (Krause et al., 2024). In einer randomisiert-kontrollierten Studie mit Prä-post-Design wurde die Verbesserung der Gesprächsführungskompetenz von 110 Lehramtsstudierenden untersucht, die entweder das kombinierte Training aus Online-Seminar im Blockformat und VR-Training oder nur jeweils eine der beiden Komponenten erhalten haben. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere das kombinierte Training die Gesprächsführungskompetenz und Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden signifikant verbesserte. So stellten Teilnehmende nach dem kombinierten Training mehr offene, nicht-suggestive und kindgerechte Fragen (mittlerer Anstieg von 41 % auf 84 %), während die Werte für das reine VR-Training (42 % auf 77 %) und die reine Seminarteilnahme (41 % auf 71 %) ebenfalls anstiegen, in der Kontrollgruppe aber unverändert blieben. Zudem zeigte sich nur in der kombinierten Gruppe eine signifikante Verbesserung in der Anwendung sozio-emotional unterstützender Äußerungen (mittlerer Anstieg von 19 % auf 29 %). Deskriptiv verbesserte sich auch die Fähigkeit der Teilnehmenden, aus den Gesprächen korrekte Schlussfolgerungen über die Erlebnisse der virtuellen Kinder zu ziehen, in der kombinierten Gruppe am stärksten (von 12 % auf 59 %), gefolgt von der VR-Gruppe (17 % auf 35 %) und der Seminargruppe (12 % auf 27 %). In der Kontrollgruppe sank die Rate korrekter Schlussfolgerungen deskriptiv sogar (von 23 % auf 12 %). 

Die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden im Umgang mit Verdachtsfällen sexuellen Missbrauchs (Mensing et al., 2024) wurde im Selbstbericht erfragt und verbesserte sich in allen Trainingsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant, am stärksten jedoch in der kombinierten Gruppe (im Mittel von 31 auf 47 Punkte). Eine signifikante Reduktion der »unreflektierten Gewissheit« – also einer überschätzten Fähigkeit, Missbrauch bei Kindern erkennen zu können (Gewehr et al., 2025) – zeigte sich nur im Seminartraining (von 34 auf 28 Punkte).

Insgesamt bestätigt die Studie, dass die Kombination aus einem wissensorientierten Seminar und einem praktischen Gesprächsführungstraining in der VR-Simulation am besten geeignet ist, Lehramtsstudierende umfassend auf zukünftige Gespräche mit Kindern zur Verdachtsabklärung von Kindeswohlgefährdungen vorzubereiten. 

»ViContact« für den Kinderschutz

Das »ViContact«-Trainingsprogramm für den Kinderschutz wurde aus der Version für den schulischen Kontext für die besonderen Anforderungen der Gesprächsführung etwa in Jugendämtern, Kinderschutzambulanzen oder Childhood-Häusern entwickelt. Im Vergleich zu Gesprächen im schulischen Kontext sind die Kinder den Fachkräften im Kinderschutz meist unbekannt und suchen selten eigeninitiativ ein Gespräch. Daher wurde hier besonderer Wert auf eine unterstützende Gesprächsführung gelegt. Das »ViContact«-Training für den Kinderschutz kann berufsbegleitend in etwa einem Monat durchlaufen werden. Es besteht aus einem E-Learning-Programm (ca. 7,5 Stunden Zeitaufwand), das im eigenen Tempo durchlaufen werden kann, einer Meet-the-Expert-Präsenzveranstaltung (3 Stunden), dem Feedback-gestützten Virtual-Reality-Gesprächstraining (3 Stunden) und einem optionalen Supervisionsmodul. Im E-Learning werden die theoretischen Inhalte zur Gesprächsführung und verwandten Themen durch Lehrvideos vermittelt und um ein Demonstrationsvideo, Übungen anhand von Fallbeispielen und kurze Quizze ergänzt. In der Präsenzveranstaltung werden die Inhalte vertieft, indem Fallbeispiele der Teilnehmenden aus der Praxis diskutiert, Schwierigkeiten besprochen und Gruppenübungen durchgeführt werden; auch die Vernetzung der Teilnehmenden wird hier gefördert. Im VR-Training können die Fachkräfte die erlernten Kompetenzen praktisch erproben und durch gezieltes Feedback verbessern. Das optionale Supervisionsmodul ermöglicht individuelles Feedback zu realen Verdachtsgesprächen der Teilnehmenden auf Basis pseudonymisierter Transkripte. Hierdurch sollen Fachkräfte auch nach dem Training langfristig in der Verbesserung ihrer Gesprächskompetenzen unterstützt werden.

Praxistest

In einem ersten Praxistest durchliefen 15 Fachkräfte aus dem Kinderschutz (Mitarbeitende des Jugendamts und einer Freizeiteinrichtung für sozial benachteiligte Kinder) das »ViContact«-Training für den Kinderschutz mit den Komponenten E-Learning, Präsenzsitzung und VR-Training (mit Dokumentationsübung). Die Verbesserung der Gesprächsführungskompetenz im Prä-post-Design wurde wegen der kleinen Gruppengröße deskriptiv ausgewertet. Im Vergleich zu den Lehramtsstudierenden aus der umfassenderen Evaluationsstudie zeigten sich die Mitarbeitenden aus dem Kinderschutz den virtuellen Kindern gegenüber zwar schon von Beginn an stärker sozio-emotional unterstützend, allerdings lag der Anteil erwünschter (offener, nicht-suggestiver, kindgerechter) Fragen bei ihnen auf dem gleichen Niveau wie bei den Lehramtsstudierenden. Durch das Trainingsprogramm konnten die Teilnehmenden aus dem Kinderschutz ihre Fragetechnik von 40 Prozent auf 85 Prozent erwünschter Fragen verbessern; bei der sozio-emotionalen Unterstützung zeigte sich keine weitere Verbesserung. Auch die Selbstwirksamkeit und die unreflektierte Gewissheit konnten durch das Training verbessert werden. In subjektiven Rückmeldungen bewerteten die Teilnehmenden das Training als äußerst hilfreich und praxisrelevant und gaben an, sich durch ihre Teilnahme für reale Gespräche mit Kindern in ihrer beruflichen Praxis besser vorbereitet zu fühlen. 

Fazit und Ausblick

Die »ViContact«-Trainingsprogramme ermöglichen eine praxisnahe und interaktive Schulung zur Gesprächsführung mit Kindern bei Verdacht auf Missbrauch und Misshandlung für Fachkräfte aus dem schulischen Kontext und dem Kinderschutz. In einem modularisierten Ansatz kombinieren sie theoretische Wissensvermittlung mit praktischer Übung in virtuellen Gesprächssimulationen. Die Ergebnisse der Evaluationsstudie und eines Praxistests verweisen auf eine deutliche Verbesserung der Gesprächsführungskompetenz und Selbstwirksamkeitserwartung, insbesondere durch die Kombination der Trainingskomponenten. Zukünftig kann das Training auch für Fachkräfte aus anderen Berufsgruppen, die in ihrem professionellen Alltag verdachtsabklärende Gespräche mit Kindern führen, weiterentwickelt und angeboten werden – dazu gehören pädagogische Einrichtungen und Sportverbände, Berufsgruppen aus dem polizeilichen, juristischen und psychologisch-forensischen Bereich oder klinische/therapeutische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Ziel der »ViContact«-Trainings ist es, Fachkräften diverser Professionen zu mehr Handlungssicherheit zu verhelfen, sodass sie in Verdachtssituationen einfühlsame, aber ergebnisoffene Gespräche führen und möglicherweise gefährdete Kinder dadurch bestmöglich unterstützen können.

Futßnoten

1 Auf Wunsch der Autorinnen wird in diesem Beitrag der Gender-Stern verwendet.

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Gewehr, E., Volbert, R., Merschhemke, M., Santtila, P., & Pülschen, S. (2025). Cognitions and emotions about child sexual abuse (CECSA): Development of a self-Report measure to predict bias in child sexual abuse investigations. Psychology, Crime & Law, 1–21. https://doi.org/10.1080/1068316X.2024.2443448

Greytak, E. A. (2009). Are Teachers Prepared? Predictors of Teachers‘ Readiness to Serve as Mandated Reporters of Child Abuse [Doctoral dissertation].

Kindler, H. (2014). Sexuelle Übergriffe in Schulen. In H. Willems & D. Ferring (Hg.), Macht und Missbrauch in Institutionen (S. 111–131). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-04297-4_7

Korkman, J., Otgaar, H., Geven, L. M., Bull, R., Cyr, M., Hershkowitz, I., Mäkelä, J.-M., Mattison, M., Milne, R., Santtila, P., van Koppen, P., Memon, A., Danby, M., Filipovic, L., Garcia, F. J., Gewehr, E., Gomes Bell, O., Järvilehto, L., Kask, K., … Volbert, R. (2024). White paper on forensic child interviewing: Research-based recommendations by the European Association of Psychology and Law. Psychology, Crime & Law, 0(0), 1–44. https://doi.org/10.1080/1068316X.2024.2324098

Krause, N., Gewehr, E., Barbe, H., Merschhemke, M., Mensing, F., Siegel, B., Müller, J. L., Volbert, R., Fromberger, P., Tamm, A., & Pülschen, S. (2024). How to prepare for conversations with children about suspicions of sexual abuse? Evaluation of an interactive virtual reality training for student teachers. Child Abuse & Neglect, 149, 106677. https://doi.org/10.1016/j.chiabu.2024.106677

Mensing, F., Gewehr, E., Merschhemke, M., & Pülschen, S. (2024). Measuring teacher’s capabilities: Development of the CSA-SE scale for assessing teachers’ self-efficacy in addressing suspected cases of child sexual abuse. Child Protection and Practice, 2, 100049. https://doi.org/10.1016/j.chipro.2024.100049 

Niehaus, S., Volbert, R., & Fegert, J. (2017). Entwicklungsgerechte Befragung von Kindern in Strafverfahren. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-53863-0

Volbert, R. (2015). Gesprächsführung mit von sexuellem Missbrauch betroffenen Kindern und Jugendlichen. In J. Fegert, U. Hoffmann, E. König, J. Niehues & H. Liebhardt (Hg.), Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, 185–194. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-44244-9_19

 

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Prof. Dr. Elsa Gewehr ist als Rechtspsychologin in Wissenschaft und Praxis tätig. Seit 2025 ist sie Professorin für Kriminalpsychologie an der Macromedia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Berlin. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin (Europa Universität Flensburg, Psychologische Hochschule Berlin) an der Entwicklung und Evaluation der »ViContact«-Trainingsprogramme beteiligt. Als aussagepsychologische Sachverständige und Mitglied des Zentrums für Aussagepsychologie Berlin (ZAB) erstellt sie Glaubhaftigkeitsgutachten für Strafverfahren.
Kontakt: e.gewehr(at)macromedia.de

Prof. Dr. Simone Pülschen ist als Juniorprofessorin für Pädagogik und interdisziplinäre Kooperation im Kontext sexueller Gewalt an der Europa-Universität Flensburg tätig. Sie leitet dort eine BMBF-geförderte Nachwuchsforschungsgruppe in der empirischen Bildungsforschung, in der eine Zusatzausbildung für Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und andere pädagogische Fachkräfte zur Unterstützung der schulischen Schutzkonzeptentwicklung im Kontext sexueller Gewalt in Zusammenarbeit mit Fachkräften aus Justiz und Kinderschutz sowie dem Betroffenennetzwerk Blinkfüür SH entwickelt und evaluiert wird.
Kontakt: simone.puelschen(at)uni-flensburg.de

 

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Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

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