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FORUM 1–2025

Eine explorative Studie zur sexuellen und romantischen Sozialisation von jungen LSBTIQ*

Maika Böhm , Lucie Gebel , Emmie Mika Stemmer , Informationen zu den Autorinnen/Autoren

Projekt »JuSeQs«: Jugendsexualität und Sexualaufklärung von LSBTIQ*-Personen

Das Projekt »JuSeQs« befasst sich mit Jugendsexualität und Sexualaufklärung von LSBTIQ*-Personen befasst. Ziel ist es, Unterstützungsangebote für die Zielgruppe zu verbessern und Fachkräfte in Schule und Jugendarbeit zu sensibilisieren. Die Projektskizze gibt einen Überblick.

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Hintergrund

Die Vielfalt der Lebenswelten von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, inter*1 und queeren (LSBTIQ*) Personen findet in der Gesellschaft zunehmend Sichtbarkeit und Repräsentation (Timmermanns & Böhm, 2020). Besonders Jugendliche und junge Erwachsene identifizieren sich vermehrt als LSBTIQ* (Jones, 2024).

Während für junge heterosexuelle und cisgeschlechtliche Personen bereits seit 1980 repräsentative Querschnittsstudien zur Jugendsexualität vorliegen (Scharmanski & Hessling, 2021), fehlen vergleichbare Erhebungen für LSBTIQ*-Personen in Deutschland weitgehend (Klocke, 2022). Zudem stellt Diversität innerhalb der LSBTIQ*-Communitys (Krell & Oldemeier, 2015) eine wichtige Dimension dar: So machen trans Personen oft andere Erfahrungen als homo- bzw. bisexuelle Personen, und auch innerhalb von trans Communitys bestehen große Unterschiede (Fornander et al., 2024; Stemmer et al., 2024). Zugleich fehlen Daten zu sexuellen und romantischen Erfahrungen junger inter* Personen weitgehend. Bisherige Studien konzentrieren sich zudem primär auf Diskriminierungserfahrungen, während zentrale Fragen zur Sexualaufklärung sowie zur sexuellen und romantischen Sozialisation kaum untersucht wurden. Ein Blick auf internationale Studien zeigt, dass Sexuelle Bildung an der Schule, durch Eltern oder medizinisches Personal häufig heteronormativ geprägt ist und dadurch als verkürzt wahrgenommen wird (Arbeit et al., 2016; Flores et al., 2019). 

Vorgehen

Während der Projektlaufzeit (10/2024 bis 06/2027) werden in einem Mixed-Methods-Design zwei Arbeitspakete umgesetzt: Einerseits werden sexualpädagogische Fachkräfte in einer quantitativen Online-Erhebung u. a. dazu befragt, wie vertraut sie mit LSBTIQ*-Themen sind, wo diese ihnen begegnen und welche Qualifizierungsbedarfe sie sehen. Andererseits werden qualitative Interviews mit LSBTIQ*-Personen zwischen 16 und 25 Jahren durchgeführt, um zu untersuchen, wie sie ihre sexuelle und romantische Sozialisation und formale wie informelle Sexualaufklärung erleben. Beide Teilerhebungen sollen dazu beitragen, Informations- und Unterstützungsangebote für die Zielgruppe zu verbessern und Fachkräfte in der schulischen wie außerschulischen Sexuellen Bildung zu sensibilisieren. 

Während in der Fachkräfte-Befragung ein Rücklauf von etwa 400 ausgefüllten Fragebogen angestrebt wird, sollen in der Interviewstudie in zwei Erhebungsphasen insgesamt 40 Jugendliche befragt werden. In der ersten Phase sind 25 bis 30 leitfadengestützte Interviews mit einer nach Untergruppen quotierten Stichprobe geplant. Nach einer ersten Datensichtung erfolgt eine zweite Erhebungsphase mit weiteren 10 bis 15 Interviews, um eine Sättigung für bestimmte Teilgruppen zu erreichen. Die Rekrutierung der Teilnehmenden erfolgt über Stakeholder, bspw. queere Einrichtungen, und über Soziale Medien. 

Forschungsethische Aspekte sind im gesamten Projektverlauf von hoher Bedeutung: So wird ein Ethikvotum eingeholt; darüber hinaus begleiten das Projekt ein wissenschaftlicher Beirat und eine Forschungssupervision. Im Rahmen eines Lehr-Forschungstransfers ist außerdem ein Workshop mit Peers zur Interpretation und Diskussion ausgewählter Daten geplant.

Fußnote

1 Auf Wunsch der Autor*innen wird in diesem Beitrag der Gender-Stern verwendet.

Veröffentlichungsdatum

Literatur

Arbeit, M. R., Fisher, C. B., Macapagal, K., & Mustanski, B. (2016). Bisexual Invisibility and the Sexual Health Needs of Adolescent Girls. LGBT health, 3(5), 342–349. https://doi.org/10.1089/lgbt.2016.0035

Flores, D., Docherty, S. L., Relf, M. V., McKinney, R. E., & Barroso, J. V. (2019). »It‘s Almost Like Gay Sex Doesn‘t Exist:« Parent-Child Sex Communication According to Gay, Bisexual, and Queer Adolescent Sons. Journal of adolescent research, 34(5), 528–562. https://doi.org/10.1177/0743558418757464

Fornander, M. J., Egan, A. M., Robertson, G. C., & Moser, C. N. (2024). Self-Reported Sexual Behavior of Transgender Youth. Journal of pediatric and adolescent gynecology, 37(3), 336–341. https://doi.org/10.1016/j.jpag.2023.12.003

Jones, J. M. (13. März 2024). LGBTQ+ Identification in U.S. now at 7.6 %. Gallup. https://news.gallup.com/poll/611864/lgbtq-identification.aspx

Klocke, U. (2022, November). Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in Schule und Unterricht: Eine Expertise zu Forschungsbedarfen für das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Krell, C., & Oldemeier, K. (2015). Coming-out – und dann …?! Ein DJI-Forschungsprojekt zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen. DJI Deutsches Jugendinstitut. http://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2015/DJI_Broschuere_ComingOut.pdf

Scharmanski, S., & Hessling, A. (2021). Sexual- und Verhütungsverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Aktuelle Ergebnisse der Repräsentativbefragung »Jugendsexualität« [Sexual and contraceptive behavior of adolescents and young adults in Germany. Current results of the representative survey »Youth Sexuality«]. Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz, 64(11), 1372–1381. https://doi.org/10.1007/s00103-021-03426-6

Stemmer, E. M., Gavranić, M., Hasenbein, L., & Pothmann, J. (2024). Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung: Zur Lebenssituation von Trans- und nicht-binären Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. DJI.

Timmermanns, S., & Böhm, M. (2020). Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Interdisziplinäre Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis. Weinheim: Beltz Juventa.

 

Alle Links und Literaturangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Maika Böhm, Prof. Dr., ist Professorin für Sexualwissenschaft und Familienplanung und Studiengangsleitung des Masterstudiengangs Angewandte Sexualwissenschaft an der Hochschule Merseburg, lehrt und forscht in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte.
Kontakt: maika.boehm(at)hs-merseburg.de

Lucie Gebel studierte Soziologie (M.A.) und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Jugendsexualität an der Hochschule Merseburg.
Kontakt: lucie.gebel(at)hs-merseburg.de

Emmie Mika Stemmer ist Sexualwissenschaftler*in (M.A.) mit den Forschungsschwerpunkten Jugendsexualität, Queerness sowie Trans und Nicht-Binarität und arbeitet aktuell an der Hochschule Merseburg.
Kontakt: emmie.stemmer(at)hs-merseburg.de

 

Alle Links und Autorenangaben beziehen sich auf das Erscheinungsdatum der jeweiligen Druckausgabe und werden nicht aktualisiert.

Herausgebende Institution

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)

Diese FORUM-Ausgabe widmet sich der Rolle von Aufklärung, Bildung und Wissen in der Prävention sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Perspektive von Dritten, die Gewalt beobachten oder davon erfahren, und ihr Potenzial, einzugreifen und zu unterstützen. Studien und Praxisprojekte zeigen Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes.

Artikel der Gesamtausgabe

Zur sexuellen Aufklärung von jungen LSBTIQ* Personen sowie über ihre sexuellen Sozialisationserfahrungen als…
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