Repräsentative Erhebungen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) weisen daraufhin, dass sich das Verhütungsverhalten von Jugendlichen und Erwachsenen in den letzten Jahren stark verändert hat. Insbesondere zeigt sich ein Rückgang der Nutzung der Pille und ein gesteigertes Interesse an nicht-hormoneller Verhütung.
Als Gründe für die Wahl der Verhütungsmethode geben die Befragten hauptsächlich Sicherheit, Praktikabilität, Verträglichkeit und Verfügbarkeit an. Bei der Auswahl der Verhütung müssen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden in Abhängigkeit der Lebensumstände abgewogen werden. Da es keine „beste Wahl“ (engl. best choice) gibt, wird die Entscheidung auch als präferenzsensitiv bezeichnet. Sogenannte Entscheidungshilfen (engl. decision aids) können bei der Wahl der individuell passenden Verhütungsmethode unterstützen. Entscheidungshilfen sind evidenzbasierte Werkzeuge, die Menschen spezifische und informierte Entscheidungen zwischen verschiedenen Optionen der Gesundheitsversorgung ermöglichen.
Auf Grundlage der Daten zum Verhütungsverhalten hat das BIÖG das entsprechende Tool „Welche Verhütung passt zu mir?“ entwickelt. Die Entscheidungshilfe soll den Nutzenden bei der Wahl der passenden Verhütung für ihre aktuelle Lebenssituation helfen und sie durch den niedrigschwelligen Zugang bei einer informierten und selbstbestimmten Entscheidung unterstützen.
Im Rahmen des Projekts sollen die Effekte der Entscheidungshilfe im Vergleich zu Informationen in einem reinen Textformat oder einer Entscheidung ohne weitere Informationen in Bezug auf relevante psychologische Gesundheitsoutcomes untersucht werden. Die Ergebnisse sollen zum einen Hinweise für die Gestaltung der Entscheidungshilfe liefern und zum anderen allgemeine Implikationen zur Distribution von Informationen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit.