Nach dem Samenerguß des Mannes in die Scheide der Frau wandern die lebensfähigen und beweglichen Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim und die Gebärmutter in die Eileiter. Auf dem Weg dorthin verringert sich deren anfängliche Zahl von zirka 200 bis 400 Millionen auf etwa 500 bis 700 Samenzellen. Bis sie den Eileiter erreicht hat, macht die Samenzelle im Kopfbereich mehrere biochemische Umbauvorgänge durch, die zur Befruchtung notwendig sind; dieser Vorgang wird Kapazitation genannt. Im Eileiter haben die Samenzellen dann die Chance, auf die befruchtungsfähige Eizelle zu treffen. Gelingt es einer Samenzelle, durch die Eihülle in die Eizelle einzudringen, verschmelzen Ei- und Samenzelle miteinander. Dabei vereinigen sich die Erbanlagen von Mann und Frau. Durch die Neukombination des Erbgutes entsteht ein neues, eigenständiges Wesen.

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Junge oder Mädchen – die Samenzelle entscheidet

Welches Geschlecht der nun entstehende Embryo aufweisen wird, hängt von der befruchtenden Samenzelle ab. In Ei- und Samenzellen befindet sich jeweils ein Geschlechtschromosom. Die Eizelle trägt immer ein X-Chromosom, während die Samenzelle entweder ein X- oder ein Y-Chromosom enthält. Befruchtet nun ein Spermium mit X-Chromosom eine Eizelle, so entsteht daraus ein weiblicher Embryo (XX); ein Spermium mit Y-Chromosom sorgt dagegen für die XY-Konstellation – ein männlicher Embryo entwickelt sich. Es gibt übrigens keine zuverlässige Methode, mit der sich das Geschlecht des Kindes vor oder während der Befruchtung beeinflussen läßt.

Eine Schwangerschaft beginnt

Die befruchtete Eizelle wandert innerhalb von vier bis fünf Tagen durch den Eileiter in die Gebärmutterhöhle. Währenddessen teilt sie sich mehrmals. Eine sogenannte Keimblase (Blastozyste) entsteht – so heißt das frühe Stadium eines Embryos. Der Embryo nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein und entwickelt sich weiter. Eine Schwangerschaft hat begonnen. Das Schwangerschaftshormon – es heißt humanes Choriongonadotropin (hCG) – erhält die Schwangerschaft aufrecht. Es sorgt dafür, daß der Gelbkörper erhalten bleibt und weiterhin das Hormon Progesteron bildet.